Kubas Staatschef Miguel Díaz-Canel hat einen kürzlich veröffentlichten Bericht des US-Außenministeriums über sein Land scharf zurückgewiesen. Am Montag griff er auf ein bekanntes spanisches Sprichwort zurück, nachdem das Außenministerium auf seiner Website den Text “Kuba: Die Hauptstadt des Kommunismus des 21. Jahrhunderts” verbreitet hatte:
“Der Dieb glaubt, alle seien wie er. Nichts trifft besser, um den antikubanischen Bericht des US-Außenministeriums zu charakterisieren.”
Díaz-Canel bezeichnete Ressortleiter Marco Rubio dabei als “einen der korruptesten Beamten der aktuellen US-Regierung” und warf ihm Verbindungen zu “Drogenhändlern und Terroristen” im US-Bundesstaat Florida vor. Der kubanische Präsident wies die US-Behauptung zurück, wonach Kuba fast seit seiner Gründung darauf abziele, dem US-Volk zu schaden. Stattdessen ließ er die vielen Sabotageversuche der USA Revue passieren. Ihm zufolge gebe die Regierung in Washington jährlich Millionen US-Dollar aus, um einen Regimewechsel in Havanna zu erzwingen.
“Die Geschichte hält kriminelle Episoden fest, darunter Plagen und Krankheiten, die nach Kuba absichtlich eingeschleppt worden sind.”
Der Politiker nannte als Beispiele das Denguefieber, den Abschuss eines Flugzeugs mit 73 Insassen, Bombenanschläge auf Hotels, versuchte Attentate auf die Führungsspitze und psychologische Kriegsführung. Zudem verglich Díaz-Canel die jahrzehntelange US-Blockade gegen den Inselstaat erneut mit einem Völkermord. Dabei greife Washington auf Lügen zurück, um Vorwände für seine Aggressionen gegen Kuba zu schaffen, so seine Worte.
“Kuba hat sich nie das Ziel gesetzt, der nationalen Sicherheit der USA zu schaden.”
Nach einer Konferenz in der Vorwoche, zu der US-Außenminister Rubio Vertreter aus 66 Ländern eingeladen hatte, um über den angeblichen Aufschwung des “linksextremen Terrorismus” zu diskutieren, veröffentlichte sein Ministerium am 20. Juli einen Kuba-Bericht. Darin hieß es unter anderem, die kubanische Revolution sei im Kern eine Revolution gegen die westliche Zivilisation gewesen, und der Führung in Havanna gehe es weder um Wirtschaft noch um Souveränität. Der Inselstaat führe seit fast 70 Jahren eine Sabotagekampagne gegen die USA durch, habe hohe Ebenen in der US-Regierung unterwandert und Generationen linker Aktivisten in Nordamerika hervorgebracht. In dem 100-seitigen Bericht wird davor gewarnt, Kubas Armut mit Harmlosigkeit zu verwechseln: Das Regime in Havanna sei stets parasitär gewesen, indem es sich an jeden neuen Feind der USA anhänge. Nach dem Zerfall der UdSSR spinne es ein Netzwerk, das Russland, China und Iran einschließe.
Kuba durchlebt derzeit die wohl schwerste Energie- und Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die ohnehin strenge US-Blockade gegen den Karibikstaat, die seit Jahrzehnten besteht, wurde durch ein Dekret von US-Präsident Donald Trump vom 29. Januar dieses Jahres noch weiter verschärft. Der Republikaner betrachtet den Zehn-Millionen-Staat als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA und hat Kuba nahegelegt, einem Deal zuzustimmen, bevor es “zu spät” sei. Indes geht die Trump-Regierung davon aus, dass die kubanische Führung am Ende sei und “kurz vor dem Kollaps” stehe. Die Regierung in Havanna wirft den USA wegen ihrer aggressiven Geopolitik wiederum Faschismus und Völkermord vor.
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