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Die Führung in Pjöngjang hat erneut klargestellt, dass sie nicht bereit ist, ihren Status als Atommacht zur Disposition zu stellen. Gleichzeitig fühlt sich die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) an keinerlei internationale Abkommen zur nuklearen Abrüstung gebunden. Dies unterstrich am Mittwoch auch der nordkoreanische Botschafter bei den Vereinten Nationen während einer Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York. In seiner Rede warf Kim Song den USA und einigen weiteren Ländern vor, durch das ständige Ansprechen des nordkoreanischen Atomprogramms die Konferenzatmosphäre „zu vergiften“. Die Position seines Landes ändere sich nicht durch „rhetorische Behauptungen oder einseitige Wünsche von Außenstehenden“, betonte der Diplomat.
„Um es noch einmal klarzustellen: Die DVRK ist nicht an den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen gebunden.“
Kim kritisierte in seiner Ansprache, dass die sogenannte Überprüfungskonferenz ihre eigentliche Aufgabe längst nicht mehr erfülle. Sie sei, nicht zuletzt durch den Westen und die „unreinen politischen Absichten“ der USA, zu einem „Forum der böswilligen Kritik gegen souveräne Staaten“ verkommen. Genau diese Entwicklung habe das globale System der nuklearen Nichtverbreitung nachhaltig geschwächt.
Der nordkoreanische UN-Botschafter beschuldigte die Vereinigten Staaten, den Atomwaffensperrvertrag selbst zu verletzen. Mit Blick auf die Republik Korea erklärte Kim, dass Washington anderen Regierungen „Abschreckungsmittel“ bereitstelle und Technologien weitergebe, etwa für den Bau von Atom-U-Booten. Obwohl die DVRK bereits 2003 aus dem Vertrag ausgestiegen sei, leiste die Führung in Pjöngjang einen aktiven Beitrag zur globalen Sicherheit und Stabilität, so Kim.
Der Atomwaffensperrvertrag trat 1970 in Kraft. Initiiert wurde er von den fünf Atommächten USA, China, Frankreich, Großbritannien und der damaligen Sowjetunion. Die DVRK unterzeichnete das Abkommen 1985, zog ihre Unterschrift jedoch 18 Jahre später zurück, nachdem die USA auf ein geheimes Programm zur Urananreicherung in Nordkorea hingewiesen hatten.
Seit dem 27. April tagt die elfte Überprüfungskonferenz der Vertragsstaaten des Atomwaffensperrvertrags im UN-Hauptquartier in New York. Sie soll am 22. Mai enden. Themenschwerpunkte sind unter anderem die aktuellen Kriege und Konflikte in der Welt.
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