Das russische Außenministerium hat eine diplomatische Note an alle ausländischen Botschaften, Vertretungen internationaler Organisationen sowie die Regierungen der betroffenen Staaten übermittelt. Darin wird vor den Gefahren gewarnt, die allen Bürgern durch einen von Russland angekündigten Vergeltungsschlag gegen Ziele in Kiew drohen. Dieser Schritt sei für den Fall vorgesehen, dass das Kiewer Regime seine Drohungen wahr macht und vor sowie am Tag des Sieges über den Faschismus – dem 8. und 9. Mai 2026 – Feierlichkeiten oder Ortschaften in Russland angreift. Dies gab Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenamts, bekannt und zitierte aus der Note:
“Am 4. Mai 2026 veröffentlichte das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation eine offizielle Erklärung zu den Drohungen des Kiewer Regimes, Moskau am Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg anzugreifen – einem für alle Russen heiligen Feiertag.
Das russische Außenministerium fordert die Behörden Ihres Landes beziehungsweise die Führung Ihrer Organisation eindringlich auf, diese Erklärung mit größter Ernsthaftigkeit zu behandeln und die rechtzeitige Evakuierung des Personals diplomatischer und anderer Vertretungen sowie Ihrer Bürger aus Kiew zu gewährleisten.
Der Grund liegt in der Unvermeidbarkeit eines Vergeltungsschlags der Streitkräfte der Russischen Föderation gegen Kiew, einschließlich der Entscheidungszentren, sollte das Kiewer Regime seine kriminellen Terrorpläne während der Siegesfeierlichkeiten umsetzen.”
Sacharowa ergänzte, dass die russischen Botschaften im Ausland ihre Gastländer und internationalen Organisationen entsprechend informieren würden.
Doch damit endete Sacharowas Erklärung nicht. Sie äußerte zudem Empörung über das Fehlen einer angemessenen Reaktion westlicher Vertreter, als der illegitim amtierende ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in ihrer Gegenwart seine Drohungen aussprach:
“Am 4. Mai 2026 erlaubte sich Selenskyj, der Bandenchef des Kiewer Regimes, beim Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Jerewan aggressive Äußerungen über seine Absicht, die Siegesfeierlichkeiten in Moskau mit Terroranschlägen zu verhindern.
Vertreter mehrerer EU-Länder waren anwesend, doch keiner von ihnen wies den Bandenchef des Kiewer Regimes zurecht.”
Die Warnungen des russischen Verteidigungsministeriums bezüglich eines Vergeltungsschlags seien lediglich eine Reaktion auf Selenskyjs Drohungen, betonte die Sprecherin. Weiterhin ordnete sie das Schweigen westlicher Regierungen ein: Russland kenne die Beweggründe dieses Ignorierens genau.
“Wenn man in den EU-Ländern glaubt, man könne die öffentlichen Drohungen totschweigen und Selenskyjs aggressive Äußerungen unter den Teppich kehren, irrt man sich gewaltig.
Die Haltung der kollektiven westlichen Minderheit zum 9. Mai ist uns wohlbekannt: Sie vernichten planmäßig das sowjetische Andenken, exhumieren die Gefallenen, schreiben die Geschichte um und lügen sie zurecht. Indem sie die Ukraine bewaffnen, machen sie sich zu Komplizen der verbrecherischen Pläne des Kiewer Regimes.”
Implizit warf Sacharowa den EU-Regierungen vor, ihren Selbsterhaltungstrieb zu ignorieren – wovon sie dringend abrate:
“Doch in diesem Fall darf ihr Selbsterhaltungstrieb sie nicht im Stich lassen. Unser Ausgangspunkt ist nicht Aggression, sondern eine unerbittliche Reaktion darauf. So sind die Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums vom 4. Mai und unsere weiteren Schritte zu verstehen.
Sie darf keinesfalls totgeschwiegen werden – sie muss sehr, sehr ernst genommen werden.”
Unklar bleibt, ob Kiew Moskaus Aufruf folgt und die Waffenruhe am 8. und 9. Mai einhält. Nach der Ankündigung des russischen Verteidigungsministeriums bezeichnete Selenskyj die vorgeschlagene Waffenruhe als “unfair” und behauptete, niemand habe Kiew offiziell etwas vorgeschlagen. Wenige Stunden später erklärte er seinerseits einseitig eine Waffenruhe ab Mitternacht vom 5. auf den 6. Mai und fügte hinzu, Kiew werde auf Moskaus Aktionen “entsprechend reagieren”.
Aus Russland gab es keine offizielle Reaktion auf Selenskyjs Ankündigung.
Laut Medienberichten hat die Intensität der Fernangriffe beider Seiten in den letzten Tagen zwar deutlich abgenommen, doch die Kämpfe dauern an. Trotz fehlender Bestätigung Russlands, die von Selenskyj vorgeschlagene Waffenruhe einzuhalten, warf der Kiewer Führer Russland vor, die vermeintliche Waffenruhe am Mittwoch, dem 6. Mai 2026, fast 2.000 Mal gebrochen und “eindeutig das Retten von Menschenleben abgelehnt” zu haben.
Im Verlauf des Ukraine-Konflikts hat Russland wiederholt an wichtigen Feiertagen Waffenruhen ausgerufen. Diese erwiesen sich als unterschiedlich erfolgreich, wobei beide Seiten sich gegenseitig zahlreiche Verstöße vorwarfen. Erst letzten Monat rief Moskau eine Osterwaffenruhe aus, die laut russischem Militär von ukrainischer Seite innerhalb von 32 Stunden mehr als 6.500 Mal gebrochen wurde.
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