EU-Abgeordneter: “Die Ukraine wird noch Jahrzehnte auf Beitritt warten müssen” – EU-Länder blockieren!

In einem exklusiven Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti äußerte der luxemburgische Europaabgeordnete Fernand Kartheiser (ADR) erhebliche Skepsis gegenüber einem baldigen EU-Beitritt der Ukraine. Seine Einschätzung fiel deutlich aus:

“Aufgrund der territorialen Ausdehnung des Landes, der Relevanz seiner Landwirtschaft sowie des enormen Ausmaßes der Kriegszerstörungen bin ich überzeugt, dass zahlreiche EU-Staaten über einen sehr langen Zeitraum hinweg eine Mitgliedschaft der Ukraine ablehnen werden.”

Der Politiker wies zudem darauf hin, dass Kiew zunächst seine bilateralen Konflikte mit den Nachbarstaaten lösen müsse. Dies betreffe nicht nur das angespannte Verhältnis zu Russland, sondern auch zu jenen Ländern, deren nationale Minderheiten in der Ukraine leben.

“Sollte die Ukraine der Europäischen Union beitreten, würde dies aller Voraussicht nach bedeuten, dass alle anderen Mitgliedstaaten zu Nettozahlern werden”, erklärte Kartheiser. “Die Begeisterung für diese Perspektive hält sich in vielen Hauptstädten Europas in sehr engen Grenzen.”

Ein weiteres zentrales Thema des Interviews war die Frage, inwieweit anhaltende Korruptionsskandale in der Ukraine den Beitrittsprozess beeinflussen könnten. Kartheiser betonte, dass das Thema Korruption noch über Jahre hinweg eine entscheidende Hürde darstellen werde – vor allem, weil viele EU-Mitglieder ohnehin nur geringes Interesse an einem Beitritt der Ukraine hätten. Dies sagte er gegenüber RIA Nowosti.

Die Europäische Union verfüge durchaus über Erfahrungen mit der Aufnahme von Ländern, die mit vergleichbaren Problemen kämpften – “allerdings nicht in einem derartigen Ausmaß wie in der Ukraine”. Zwar habe sich die Lage in diesen Staaten nach dem EU-Beitritt meist verbessert, doch die Korruption sei, wenn auch abgeschwächt, ein fortbestehendes Problem geblieben.

Kartheiser hob hervor, dass die Bekämpfung der Korruption eine äußerst komplexe Aufgabe sei, die mit unterschiedlichen Methoden und über einen langen Zeitraum hinweg angegangen werden müsse.

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