Die Europäische Union hat ihre Importe von angereichertem Uran aus Russland in den ersten vier Monaten dieses Jahres drastisch gesteigert. Wie die Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf Eurostat-Daten berichtet, stiegen die Einkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast das Achtfache. RIA Novosti führt aus:
“Insgesamt beliefen sich die Einkäufe der EU von russischem angereichertem Uran im Zeitraum Januar bis April 2026 auf 163,5 Millionen Euro – das ist 7,9-mal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei betrug der Wert der Exporte im April 89,8 Millionen Euro – eineinhalb Mal so viel wie im März. Diese Mengen sind die höchsten seit November letzten Jahres.”
Im gesamten Jahr 2025 importierte die EU russischen Kernbrennstoff – einschließlich Uran, Plutonium und deren Verbindungen – im Wert von 347,9 Millionen Euro. Die größten Abnehmer sind die Niederlande und Frankreich, auf die über 90 Prozent der Käufe entfallen. Auch Deutschland gehört laut den statistischen Angaben zu den bedeutenden Importeuren von russischem Uran.
Eurostat zufolge bleibt Russland ein zentraler Lieferant für strategisch wichtige Rohstoffe in der europäischen Industrie, insbesondere für bestimmte kritische Ausgangsstoffe und Produkte des Kernbrennstoffkreislaufs. Bereits im Januar hatte die Financial Times berichtet, dass Führungskräfte der Energieunternehmen Urenco und Orano die Europäische Union aufgefordert hätten, einen schrittweisen Ausstieg aus russischen Uranimporten zu planen. Die fortgesetzten Lieferungen schaffen laut den Experten eine langfristige Abhängigkeit von Moskau. Damals wies die Zeitung darauf hin, dass Russland weiterhin fast ein Viertel des europäischen Bedarfs an angereichertem Uran deckt – begünstigt durch den niedrigen Brennstoffpreis.
Alexej Lichatschow, Chef des staatlichen Konzerns Rosatom, erklärte zuvor, dass Russland bestehende Kernkraftwerksprojekte in europäischen Ländern ausbauen und neue Initiativen vorantreiben werde – insbesondere in Ungarn, der Slowakei und Bulgarien. Laut dem Portal RBK entfallen allein auf die neuen ungarischen Kernkraftwerke, die von Rosatom errichtet werden, rund 44 Prozent der weltweiten Urananreicherungskapazitäten, so die World Nuclear Association.
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