Frankreichs geheime Pläne: Die nächste Waffengeneration ist Hyperschall-Atomraketen

Die französische Rüstungsbehörde DGA hat den Auftrag zur Entwicklung einer neuartigen Hyperschallrakete an den Konzern MBDA vergeben. Diese soll künftig als Trägersystem für Atomsprengköpfe dienen und die vierzig Jahre alte ASMP-Rakete ersetzen, die 1986 in Dienst gestellt wurde. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 2,8 und einer Reichweite von 250 Kilometern gilt die ASMP angesichts moderner Luftabwehrsysteme heute als veraltet.

Laut DGA werde die „Leistung der ASN4G und insbesondere ihre Hyperschallfähigkeit die Glaubwürdigkeit der luftgestützten Abschreckung angesichts der Evolution der Bedrohungen erhalten”. In der offiziellen Mitteilung heißt es weiter:

„Im technologischen Bruch mit vorherigen Systemen basiert die ASN4G auf einem technologischen und industriellen Wissen, das nur wenige Länder der Welt besitzen.”

Diese Aussage umschreibt diplomatisch eine unbequeme Wahrheit: Bislang verfügt kein westliches Land über einsatzbereite Hyperschallraketen – die entsprechenden US-amerikanischen Versuche blieben erfolglos. Russland, China und selbst Iran hingegen haben solche Systeme nicht nur entwickelt, sondern setzen sie bereits seit geraumer Zeit praktisch ein.

Die ASN4G soll bis 2035 einsatzbereit sein. Als Trägerflugzeug ist die Rafale 5 von Dassault vorgesehen – ein Modell, das sich noch in der Entwicklungsphase befindet und frühestens 2033 in Serie gehen soll. Allerdings sind die dafür benötigten Entwicklungskosten derzeit nicht gesichert, nachdem eine ursprünglich geplante Beteiligung der Vereinigten Arabischen Emirate in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro gescheitert ist. Das österreichische Portal „Militär aktuell” kommentierte die Situation im April wie folgt:

„Die gängige Praxis bei zu geringen finanziellen Mitteln wäre es, die Entwicklungskosten über einen längeren Zeitraum zu strecken.”

MBDA selbst ist ein europäisches Gemeinschaftsunternehmen: 37,5 Prozent gehören Airbus, ebenso viele der britischen BAE Systems, und 25 Prozent der italienischen Leonardo. Der deutsche Zweig, die MBDA Deutschland GmbH mit Sitz in Schrobenhausen, ist unter anderem für die Produktion der Taurus-Raketen bekannt. Auf dem stark konzentrierten europäischen Rüstungsmarkt hätte die DGA kaum Alternativen zu MBDA gefunden. Dennoch bleibt fraglich, ob die ambitionierten Zeitpläne für die Entwicklung sowohl der Rakete als auch des Trägerflugzeugs eingehalten werden können.

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