In den letzten Wochen hat das US-Militär heimlich zahlreiche Öltransfers von Schiff zu Schiff überwacht, um die Energieexporte aus dem Persischen Golf trotz des anhaltenden Konflikts aufrechtzuerhalten. Dabei setzte die Armee Drohnen in der Luft und auf dem Wasser sowie Hubschrauber ein, die Tankerkonvois zu wartenden Supertankern eskortierten.
Die Aktion in der Nähe der Straße von Hormus nutzt dabei eine Umlademethode, die bisher hauptsächlich vom Iran zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt wurde. Laut Informationen von Reuters fanden diese Transfers an zwei unterschiedlichen Standorten statt: vor der Küste von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten und vor dem Hafen von Sohar im Oman.
Die Operation wurde Anfang Mai gestartet. Nach einer Analyse von Schifffahrtsdaten und Satellitenbildern durch Reuters waren bisher mindestens 92 Schiffe an diesen Öltransfers beteiligt.
Laut Aussagen von US-Regierungsvertretern, die über die Operation informiert waren, war auch jener Apache-Kampfhubschrauber Teil dieser Mission, der am 9. Juni von Iran abgeschossen wurde und anschließend US-Vergeltungsschläge provozierte. Reuters identifizierte auf Satellitenaufnahmen vom Tag des Abschusses sechs Tankerpaare, die auf engem Raum vor dem omanischen Hafen Sohar positioniert waren.
Welche konkrete Rolle der Apache-Hubschrauber in der Operation spielte, konnte Reuters nicht bestätigen. Laut US-Regierungsangaben wurden beide Besatzungsmitglieder des abgestürzten Hubschraubers von einem unbemannten Rettungsboot aus der Gefahrenzone geholt.
Die beiden Umschlagplätze liegen im Golf von Oman, unweit des Ausgangs der Straße von Hormus, und damit in unmittelbarer Nähe des Einflussbereichs der neu gegründeten iranischen Behörde zur Kontrolle der Meerenge. Schiffe, die iranische Anweisungen ignorieren, laufen laut Reuters Gefahr, Ziel von Drohnenangriffen oder Raketen der Revolutionsgarden zu werden.
Der Hafen von Fudschaira war während der laufenden US-geführten Operation mehrfach von iranischen Angriffen betroffen. Am vergangenen Wochenende wurde nach Angaben des britischen Sicherheitsunternehmens Vanguard ein Tanker vor der omanischen Küste von einem “unbekannten Projektil” getroffen.
Diese riskanten und vergleichsweise ineffizienten Öltransfers scheinen Teil der Bemühungen der Trump-Administration zu sein, die Ölströme aus dem Persischen Golf schrittweise zu normalisieren. Präsident Donald Trump kündigte an, dass die Straße von Hormus im Rahmen des in dieser Woche vereinbarten Friedensabkommens mit Iran am Freitag wieder geöffnet werden solle.
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