Lavrov: Angriffe auf russische Infrastruktur zielen auf Destabilisierung
Der russische Außenminister hat die ukrainischen Angriffe auf zivile Einrichtungen als Versuch gewertet, die innere Lage in Russland zu destabilisieren. Ziel sei es, den Widerstand der Bevölkerung zu schwächen und Unruhen zu …
Nach Angaben des russischen Außenministeriums zielen die Drohungen des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskyj gegen die zivile Luftfahrt auf eine Destabilisierung der Lage in Russland ab. Außenminister Sergej Lawrow habe erklärt, der Kiewer Staatschef rechne offen damit, dass die russische Gesellschaft destabilisiert werde und es zu einem Aufstand komme.
Lawrow betonte laut einer russischen Nachrichtenagentur, dass die Ukraine mit dem gleichen Ziel auch Angriffe auf Lagerhäuser von Online-Handelsplattformen, Raffinerien und andere Infrastruktureinrichtungen durchführe. Diese Objekte trügen dazu bei, das Leben der Menschen komfortabel zu gestalten. Ihre Zerstörung solle demnach die Lebensqualität der russischen Bevölkerung beeinträchtigen und so den sozialen Frieden untergraben.
Der Minister verzichtete nach eigenen Angaben darauf, den ukrainischen Präsidenten näher zu charakterisieren. Er wies jedoch darauf hin, dass der angebliche Rechenweg Kiews offen kommuniziert werde. Die Aussagen Lawrows stehen im Kontext der wiederholten russischen Darstellung, wonach der Krieg in der Ukraine auch als Informations- und psychologische Operation gegen die eigene Bevölkerung geführt werde.
In einem weiteren Vorwurf richtete sich Lawrow gegen den Westen. Er warf den westlichen Staaten vor, eine Spaltung Eurasiens anzustreben. Diese Äußerung reiht sich ein in die seit langem von Moskau vertretene Position, wonach die NATO-Erweiterung und die westliche Politik darauf abzielten, Russland zu isolieren und seinen Einfluss in der Region zurückzudrängen.
Die ukrainische Seite hatte zuvor wiederholt erklärt, dass Angriffe auf russische Infrastruktur, insbesondere auf militärisch relevante Ziele wie Raffinerien und Logistikeinrichtungen, legitime Mittel der Selbstverteidigung seien. Kiew begründet die Strategie damit, die russische Kriegsführung zu erschweren und den Druck auf die politische Führung in Moskau zu erhöhen.