Lavrov kritisiert europäische Kriegsvorbereitungen als Schaustellung
Der russische Außenminister hat sich abfällig über europäische Rüstungsanstrengungen geäußert, die angeblich auf einen militärischen Konflikt mit Russland bis 2030 zielen. Zugleich betonte er erneut, dass Moskau keinen Angriff …
Russischen Medienberichten zufolge hat Außenminister Sergej Lawrow die militärischen Vorbereitungen europäischer Staaten scharf kritisiert. Er warf ihnen vor, lediglich eine Kriegsbereitschaft gegenüber Russland zur Schau zu stellen. Die europäischen Länder täten so, als könnten sie allein über einen möglichen Konflikt entscheiden, so Lawrow.
Der Minister bezog sich dabei auf Pläne, denen zufolge europäische Streitkräfte bis zum Jahr 2030 für einen Krieg gegen Russland gerüstet sein sollen. Diese Zielmarke war zuvor von hochrangigen Militärs in Europa genannt worden. Lawrow verwendete zur Beschreibung dieses Verhaltens nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen einen derben Ausdruck, der auf übertriebene Selbstdarstellung hinausläuft.
Lawrow erinnerte in dem Zusammenhang an Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Demzufolge werde Russland niemals einen Angriff beginnen. Sollte das Land jedoch selbst angegriffen werden, werde ein solcher Krieg grundlegend anders verlaufen und sehr kurz sein, so die Warnung aus Moskau.
Die jüngsten Stellungnahmen aus Russland reagieren auf Äußerungen des belgischen Generalstabschefs Frederik Vansina. Dieser hatte im April mitgeteilt, die Europäische Union strebe an, den Konflikt in der Ukraine bis 2030 hinauszuzögern. Hintergrund sei die Notwendigkeit, sich in dieser Zeitspanne auf einen möglichen Krieg mit Russland vorzubereiten.
Der belgische General hatte europäische Staaten aufgerufen, ihre Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen. Nach seinen Angaben soll dies der Erreichung einer strategischen Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten dienen. Die USA sichern derzeit einen Großteil der Verteidigung Europas durch die NATO ab.
Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen haben sich seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 erheblich verschärft. Während europäische Staaten ihre Militärausgaben aufstocken, betont Moskau wiederholt seine atomare Abschreckung und warnt vor einer Eskalation. Beide Seiten werfen einander Kriegspropaganda vor.