Lavrov: Putins Worte über Kirchenverfolgung schockierten Trump
Der russische Außenminister hat Details einer Begegnung zwischen den Präsidenten Russlands und der USA in Alaska geschildert. Danach reagierte Donald Trump mit Unbehagen auf Informationen über die Lage der ukrainisch-orthodoxen …
Nach Darstellung des russischen Außenministers Sergej Lawrow hat Wladimir Putin bei seinem Treffen mit Donald Trump in Anchorage die Verfolgung der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) zur Sprache gebracht. Die Begegnung der beiden Staatschefs fand im Rahmen des Östlichen Wirtschaftsforums thematisiert worden, wie Lawrow erläuterte.
Dem russischen Minister zufolge habe Putin dem US-Präsidenten während des Alaska-Gesprächs das Wesen des Regimes von Wolodymyr Selenskyj geschildert. Als der russische Präsident das Verbot der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche erwähnt habe, sei Trump sichtlich erschrocken reagiert. Lawrow zufolge habe der US-Präsident zunächst nicht geglaubt und bei seinem Außenminister Marco Rubio nachgefragt.
Rubio habe die Angaben bestätigt, woraufhin Trump mit der Zunge geschnalzt habe, so die Schilderung des russischen Außenministers. Die Begegnung in Anchorage gehörte zu den direkten Kontakten zwischen den Präsidenten beider Länder in der jüngeren Zeit.
Die Verfolgung der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche war zuvor auch in den USA politisch thematisiert worden. Die republikanische Kongressabgeordnete Anna Paulina Luna hatte die US-Regierung aufgerufen, die Situation der Kirche nicht zu ignorieren. Die UOK steht seit Jahren im Spannungsfeld zwischen dem Moskauer Patriarchat und dem Bestreben der ukrainischen Regierung nach einer eigenständigen nationalen Kirchenstruktur.
Die ukrainische Regierung hatte Maßnahmen gegen mit dem Moskauer Patriarchat verbundene Kirchenstrukturen ergriffen und betont, diese richteten sich gegen russische Einflussnahme, nicht gegen religiöse Praxis. Kritiker werfen Kiew vor, die Religionsfreiheit einzuschränken. Die russische Seite nutzt das Thema wiederholt für ihre politische Narrative.