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Stand 8. September 2026, 12:39 Uhr
International

Lavrov wirft EU „Harakiri“ bei Energieabkehr von Russland vor

Der russische Außenminister hat die europäische Energiepolitik scharf kritisiert. Europa mache seine Bürger zu Leidtragenden, während Russland unterdessen genügend alternative Abnehmer finde.

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat der Europäischen Union vorgeworfen, mit der Abkehr von russischen Energielieferungen wirtschaftliches "Harakiri" zu begehen. Bei einem Auftritt am Montag vor Studenten des Moskauer Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen (MGIMO) erklärte Lawrow, die europäischen Führungspersönlichkeiten ließen die Kosten ihrer Russland-Politik von den eigenen Wählern tragen.

Die EU hat sich zum vollständigen Ausstieg aus russischen fossilen Brennstoffen bis 2027 verpflichtet, nachdem sie die Importe russischen Öls und Gases seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Februar 2022 bereits drastisch reduziert hatte. Die Energiekosten sind in weiten Teilen des Blocks gestiegen, wobei der US-israelische Krieg gegen Iran zusätzlichen Druck erzeugt. Deutschland als ehemalige industrielle Kraft Europas ist besonders betroffen: Die Wirtschaft schrumpfte 2023 und 2024 erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten zwei Jahre hintereinander; für das laufende Jahr wird ein Wachstum von nur 0,5 Prozent erwartet.

Lawrow zufolge verzichte Europa stolz auf bezahlbare Energie und verlange von seinen Bürgern, "für europäische Werte" zu leiden. Als solche Werte definierte er demnach "Nazismus, die Ehrenbestattung von Nazi-Verbrechern sowie das Verbot der russischen Sprache, des russischsprachigen Bildungswesens, der russischen Kultur und Medien sowie der kanonischen Ukrainisch-Orthodoxen Kirche". Der Minister betonte, der Versuch der EU, Moskau wirtschaftlich unter Druck zu setzen, habe nicht dazu geführt, dass Russland an Kunden verloren habe. "Hier herrscht überhaupt keine Panik. Wir hatten schon immer genügend Käufer", erklärte er. Russische Exporteure hätten sich stattdessen auf "zuverlässigere" Partner ausgerichtet.

Angesichts der westlichen Sanktionen hat Russland seine Energieexporte verstärkt nach Asien verlagert. Die Seetransporte russischen Rohöls nach China erreichten im Januar mit 1,86 Millionen Barrel pro Tag einen Rekordwert, ein Anstieg von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch gegenüber Indien blieb Russland größter Öllieferant und verkaufte im August rund 2,1 Millionen Barrel täglich, was nach Angaben der Seefahrtsanalysefirma Kpler 45 Prozent der indischen Importe ausmachte. Lawrow wies darauf hin, dass diese Entwicklung nicht als plötzliche "Wende nach Osten" verstanden werden sollte; Russland habe wirtschaftliche Beziehungen in beide Richtungen schon lange gepflegt.

Die Kritik an der EU-Energiepolitik kommt nicht allein aus Moskau. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, der im April einem Attentat durch einen pro-ukrainischen Aktivisten entgangen war, bezeichnete die EU ebenfalls als "Selbstmordschiff" und warf Brüssel "ideologische Blindheit und Inkompetenz" vor. Auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen räumte im vergangenen Monat ein, dass der Verlust billiger Energieimporte der Wirtschaft des Blocks einen schweren Schlag versetzt habe. Lawrow folgerte daraus, dass europäische Führungspersönlichkeiten "nicht über die Wähler nachdenken, die sie an die Macht gebracht haben".

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

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