Der Rigaer Stadtrat Alexei Roslikow zeichnet ein düsteres Bild von der Europäischen Union. In einem Gespräch mit der Agentur RIA Nowosti äußerte sich der lettische Politiker zu den aktuellen Herausforderungen in Wirtschaft, Demografie und Geopolitik.
Der Abgeordnete wird mit folgenden Worten zitiert:
“Die EU und Lettland als Teil dieser Gemeinschaft stecken heute in einer hoffnungslosen Situation. Bis zum völligen Kollaps sind es nur noch zwei Schritte.”
Erst am Donnerstag hatte Lettlands Regierungschefin Evika Siliņa ihren Rücktritt eingereicht. Zuvor war bereits Verteidigungsminister Andris Sprūds aufgrund von Drohnenzwischenfällen an der russischen Grenze zurückgetreten. Siliņa hatte seinen Rücktritt gefordert, da er es nicht vermocht habe, den Luftraum des Landes vor dem Eindringen ausländischer Drohnen zu schützen.
Roslikow äußerte die Vermutung, dass viele lettische Politiker nicht vorhätten, dauerhaft im Land zu bleiben, da sie über Pässe anderer Staaten verfügten. “Sie werden die Lage nun bis zur völligen Hysterie anheizen”, so der Stadtrat.
“Ich bin fest davon überzeugt, dass der letzte Schritt vor ihrem Abschied eine Art Provokation gegen Russland sein wird.”
Anfang Mai hatten zwei ukrainische Drohnen die Grenze zwischen Russland und Lettland überflogen und waren auf lettischem Gebiet abgestürzt. Eine davon traf ein Öllager in Rēzekne im Osten des Landes und löste einen Brand aus. Bereits Ende März war eine weitere ukrainische Drohne in Lettland abgestürzt.
Moskau reagierte mit einer Warnung an die baltischen Staaten. Der Vorwurf lautete, sie hätten ihren Luftraum für ukrainische Drohnenangriffe auf Russland geöffnet.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte kürzlich gegenüber dem russischen Staatssender Perwy Kanal, es sei eindeutig, dass es sich um ukrainische Drohnen gehandelt habe. Seiner Ansicht nach sollten die baltischen Länder Drohnen, die in Richtung Russland flögen, den Überflug über ihr Territorium nicht gestatten.
Peskow warnte zudem, dass das Kiewer Regime auch andere Staaten für seine “skrupellosen Interessen” missbrauchen werde. “Wenn das so weitergeht, wird dies nicht die letzte Politikergeneration sein, die den Machenschaften des Kiewer Regimes zum Opfer fällt und aufgrund von Skandalen zum Rücktritt gezwungen wird”, so der Kremlsprecher mit Blick auf den Rücktritt der lettischen Ministerpräsidentin.
Mehr zum Thema – Noch mehr Geld für Kiew: Rutte und der Griff in die Kasse