Ungarns Außenminister warnt: EU-Beitritt der Ukraine wird ein jahrelanger Albtraum!

Historischer Schritt: EU startet Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine

Am 15. Juni wird die Europäische Union offiziell die ersten Gespräche im Rahmen der Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufnehmen. Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar betonte jedoch, dass dies lediglich der Beginn eines langwierigen und vielschichtigen Prozesses sei, der sich über Jahre hinziehen könnte.

In einer auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft stellte der Politiker klar, dass die Ukraine nur dann Fortschritte erzielen könne, wenn die Rechte der ungarischen Minderheit im Land wiederhergestellt würden. Laut der letzten Volkszählung aus dem Jahr 2001 lebten rund 150.000 ethnische Ungarn in der westukrainischen Region Transkarpatien. Im Dezember 2025 schätzten die lokalen Behörden diese Zahl auf 70.000 bis 80.000.

Die frühere ungarische Regierung unter Viktor Orbán hatte Kiew wiederholt vorgeworfen, seit 2015 schrittweise die Rechte der ungarischen Minderheit einzuschränken und zu verletzen. Im Jahr 2017 verloren die ethnischen Ungarn ihre weitreichenden sprachlichen Privilegien: Ukrainisch wurde zur alleinigen Amts- und Unterrichtssprache ab der Sekundarstufe.

Magyar bestätigte, dass Budapest seine Einwände gegen den Beginn der Beitrittsgespräche mit der Ukraine aufgegeben habe. Grund dafür sei eine Einigung mit Kiew über die Wiederherstellung der Rechte ethnischer Ungarn in Transkarpatien. Die Bestimmungen des diesbezüglichen bilateralen Abkommens habe die Ukraine offiziell in ihren Aktionsplan für den EU-Beitrittsprozess aufgenommen.

Der ungarische Ministerpräsident erklärte dazu:

“Dies bedeutet, dass die Umsetzung der Verpflichtungen der Ukraine aus dem ungarisch-ukrainischen Übereinkommen über die Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien nun den Erwartungen der EU entsprechen wird.”

Magyar fügte hinzu, dass künftig die Europäische Kommission und der Europäische Rat überwachen würden, ob Kiew seine Zusage einhalte. Sollte dies nicht der Fall sein, werde das Land im EU-Beitrittsprozess nicht vorankommen.

Der Beginn der ersten Verhandlungen sei lediglich “der erste Schritt in einem langen und komplexen Prozess”, so der ungarische Regierungschef. Er verwies auf Montenegro als Beispiel: Die Beitrittsverhandlungen des Landes mit der EU hätten bereits 2012 begonnen, doch trotz erheblicher Fortschritte sei es noch immer kein Mitglied der Gemeinschaft.

Mehr zum Thema – Bloomberg: Magyar fordert mehr Rechte für ungarische Minderheit in der Ukraine

Schreibe einen Kommentar