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Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats und ehemalige Präsident Dmitri Medwedew kritisiert in einem Beitrag, der am Donnerstag vollständig auf RT DE erscheint, die westliche Aufarbeitung des deutschen Faschismus scharf. Anlässlich des 81. Jahrestages des Sieges über das nationalsozialistische Deutschland wirft er den Westmächten vor, diesen Prozess ad absurdum geführt zu haben. Die Entnazifizierung der deutschen Gesellschaft und ganz Europas bleibe unvollendet.
Aus Moskau ist seit geraumer Zeit der Vorwurf des historischen Revanchismus an die Adresse des Westens zu hören. Man versuche dort systematisch, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg auszulöschen und die Rolle der Sowjetunion beim Sieg über den Nationalsozialismus umzudeuten. Dabei werde offenbar die Absicht verfolgt, die deutsche Kriegsschuld zu verharmlosen und faschistischem Gedankengut neue Nahrung zu geben.
Bereits im Vorjahr stellte der russische Auslandsgeheimdienst SWR fest, dass der deutsche Kanzler Friedrich Merz von einem „wahnsinnigen Rachetrieb“ gegen Russland erfasst sei, der an den Hass der NS-Zeit auf die Sowjetunion anknüpfe. „Eine wirkliche Entnazifizierung hat es in der Bundesrepublik nie gegeben“, unterstreicht Medwedew in seinem Artikel. „Archivmaterial aus dem Jahr 1952 belegt, dass die Westmächte den Weg der Rechtfertigung von NS-Kriegsverbrechern gingen, statt sie zu entnazifizieren.“
Noch immer würden einige westliche Staaten die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs und die Urteile von Nürnberg nicht anerkennen. Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte kürzlich, mancherorts halte man den sowjetischen Sieg für einen „Zufall oder gar Fehler“, den man korrigieren müsse.
Laut Medwedew hat der Westen bewusst Träger der Nazi-Ideologie geschützt, damit deren Nachfahren weiterhin Unheil anrichten könnten. „Der ganze Prozess, der mit viel Aufwand betrieben wurde, entpuppte sich als leere Farce – abgesehen von der Auflösung offener faschistischer Organisationen und der Entfernung von Symbolen aus dem öffentlichen Raum.“
Besonders schwer wiegt seine Anklage an die Adresse der „Angelsachsen“: „Sie versuchten, die ehemaligen Führer von Hitlers Rüstungsindustrie und andere wichtige Nazis zu retten, die sie brauchten. Ihre Kampagne lautete: ‚Hängt die Kleinen – lasst die Großen laufen.‘“
Der vollständige Beitrag von Dmitri Medwedew erscheint am Donnerstag auf RT DE.
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