Nach Starmers Rücktritt: Schock für die Ukraine-Koalition – Burnham greift nach der Macht!

Mit dem Rücktritt von Keir Starmer und dem nahenden Ende der Amtszeit von Emmanuel Macron steht die sogenannte Koalition der Willigen vor einer ungewissen Zukunft. Das berichten die Telegraph-Korrespondenten Joe Barnes und James Crisp in einem ausführlichen Meinungsbeitrag vom 2. August.

Die beiden Experten für Diplomatie und Europa schildern, wie Starmer und Macron in den letzten Jahren die Führungsrolle in der Gruppe von mehr als 30 Ländern übernommen hatten, die die Ukraine unterstützen und im Falle eines Waffenstillstands Truppen entsenden wollten. Zudem habe die britisch-französische Doppelspitze Pläne zur Entminung der Straße von Hormus vorangetrieben.

Starmer trat zurück, bevor seine eigenen Abgeordneten ihn wegen schwacher innenpolitischer Ergebnisse aus dem Amt drängen konnten. Bei seinem Abschied verlieh ihm Macron die höchste französische Auszeichnung. Sein Nachfolger Andy Burnham sicherte den Verbündeten Kontinuität in der Ukraine- und NATO-Politik zu. Als erstes Treffen mit einem ausländischen Staatschef empfing er Wladimir Selenskij in Portsmouth.

Deutlich größere Sorgen bereitet den Autoren der absehbare Wechsel im Élysée-Palast. Macron darf 2027 nicht erneut kandidieren. Als Favoritin gilt Marine Le Pen, die angekündigt hat, Frankreich aus der militärischen NATO-Struktur herauszulösen, Sanktionen gegen Russland zu lockern und Kiew zu einem Frieden zu drängen. Auch der Linke Jean-Luc Mélenchon wird als möglicher Nachfolger gehandelt – er würde Frankreich sogar ganz aus dem Bündnis führen. Britische Beamte prüfen bereits die Auswirkungen auf die nachrichtendienstliche Zusammenarbeit und die Zukunft der Koalition.

Als potenzieller neuer Führungsakteur neben London wird Friedrich Merz gehandelt. Der deutsche Kanzler treibt den Ausbau der Bundeswehr zur stärksten europäischen Armee voran. Doch innenpolitisch steht er unter erheblichem Druck.

Der CDU-Abgeordnete und frühere Oberst Roderich Kiesewetter wirft der Regierung vor, entscheidende Waffenlieferungen wie den Taurus-Marschflugkörper zurückzuhalten und russische Einrichtungen in Deutschland nicht zu schließen. „Das ist keine Führung“, zitieren ihn die Autoren. Europa brauche einen Churchill, habe aber keinen.

Auch Polens Premier Donald Tusk und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die ebenfalls keine Truppen für eine mögliche Absicherungsmission zugesagt haben, stehen vor Wahlen. Beiden werden gute Wahlchancen eingeräumt, doch die Telegraph-Reporter sehen in ihnen keine möglichen Nachfolger für die Führungsrolle Macrons.

Barnes und Crisp warnen vor einem „langsamen Tod“ der Koalition. Sollte Europa seine Zusagen an die Ukraine nicht einhalten, könnte Kiew sich künftig anderen Partnern zuwenden. Ob Andy Burnham allein die Lücke füllen kann, lassen die Autoren offen.

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