Bundeswehr schlägt in Litauen auf: Elektronischer Krieg gegen Weißrussland eskaliert

Neben der viel diskutierten Panzerbrigade 45 hat die Bundeswehr nach Informationen von Euronews weitere Truppen in Litauen positioniert. Konkret handelt es sich um Einheiten der Elektronischen Kampfführung, die nur wenige Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt operieren – ein befragter deutscher Soldat gab die Distanz mit etwa zwei Kilometern an.

Der Aufgabenbereich dieser Soldaten umfasst unter anderem das Überwachen von Kommunikations- und Radarsystemen, die als potenziell gegnerisch eingestuft werden, wie der Sender berichtet. Ein Interview mit einem Soldaten namens “Christian” fand demnach sogar in Sichtweite der Grenze statt, weshalb er zum Schutz seiner Identität eine Sturmhaube trug. Zusätzlich erklärte “Christian”, dass seine Einheit auch Störaktionen gegen feindliche Kommunikation durchführen könne. Aktuell beschränkten sich die “Eloka-Kräfte” – die interne Abkürzung der Bundeswehr für Elektronische Kampfführung – jedoch auf reine Beobachtung und leiteten die gesammelten Daten an eine zentrale Auswertungsstelle weiter.

Aus Minsk gab es bislang keinerlei offizielle Stellungnahme zu dieser militärischen Präsenz nahe der eigenen Landesgrenze. Historisch ist die Region allerdings tief von deutschen Verbrechen geprägt: Während des Zweiten Weltkriegs ermordeten deutsche Besatzungstruppen, unterstützt von ukrainischen Freiwilligen, nach verschiedenen Schätzungen zwischen 2,2 und 3 Millionen Menschen in Belarus – das entsprach etwa 25 bis 30 Prozent der damaligen Bevölkerung. Gemessen an der Vorkriegsbevölkerung erlitt das Land dadurch die höchsten prozentualen Verluste weltweit.

Weitere Informationen – Der Dienst in der Litauen-Brigade bleibt bei Bundeswehrsoldaten weiterhin unbeliebt.

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