Netanjahu knallhart: Erdoğan feuert Hamas-Unterstützung – Türkei verdient keine F-35

Im Vorfeld des NATO-Gipfels in Ankara hat Israels Premier Benjamin Netanjahu der Türkei schwere Anschuldigungen entgegengeschleudert. Der rechtsgerichtete Politiker wirft dem eurasischen Land vor, die Hamas zu unterstützen – eine palästinensische Organisation, die in zahlreichen Staaten als terroristisch eingestuft wird. In einem Interview mit Fox News erklärte Netanjahu mit Blick auf die Führung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan:

“Sie finanzieren sie. Sie beherbergen sie. Sie rollen vor ihnen den roten Teppich aus. In der Tat unterstützen sie die bösen Buben.”

In dem Wissen, dass US-Präsident Donald Trump am Bündnistreffen teilnehmen wollte, griff Netanjahu Erdoğan persönlich an. Gegenüber Moderator Brian Kilmeade sagte der israelische Regierungschef:

“Die Türkei ist ein großartiges Land, aber sie wird von einem Mann regiert, der offen die Vernichtung Israels fordert.”

Weiterhin stellte Netanjahu Ankaras geopolitische Rolle in der Region infrage, indem er auf historische Spannungen des NATO-Staats mit anderen Ländern verwies. Dabei bezeichnete er die Republik Zypern fälschlicherweise ebenfalls als NATO-Mitglied, während er behauptete, die Türkei besetze die Hälfte der Insel. Mit Bezug auf Griechenland, das sowohl der EU als auch der NATO angehört, sagte der Politiker über Erdoğans Regierung:

“Sie bedroht Griechenland, das ebenfalls ein NATO-Land ist, und spricht offen von ihrem Wunsch, Jerusalem zu erobern.”

Es handle sich um ein “Regime”, das von den extremistischen, USA-feindlichen Muslimbrüdern unterwandert sei. In diesem Zusammenhang forderte Netanjahu Washington auf, die türkische Bitte um F-35-Kampfflugzeuge amerikanischer Produktion abzulehnen.

“Ich glaube nicht, dass sie F-35-Kampfjets oder Triebwerke für ihre Jagdflugzeuge bekommen sollten, da dies das Gleichgewicht im Nahen Osten stören würde.”

Dieses Gleichgewicht werde nicht zuletzt durch die Luftüberlegenheit der israelischen Streitkräfte und die US-Präsenz in der Region gesichert, so Netanjahu.

Das Verhältnis zwischen Israel und der Türkei hatte sich im Herbst 2023 massiv verschlechtert, als die israelische Armee nach einem verheerenden Hamas-Überfall ihre Offensive im Gazastreifen startete. Erdoğan zählte zu den schärfsten Kritikern der Militäroperation und behauptete sogar, Netanjahu habe bei Völkermord Adolf Hitler übertroffen. Erst kürzlich nannte der Türke den israelischen Premier einen Tyrannen, dem die Muslime eine Lektion erteilen würden. Anfang Juni brachte Innenminister Mustafa Çiftçi die Hoffnung zum Ausdruck, sein Land werde “eines Tages die Befreiung Jerusalems erleben”, so wie bereits die “Befreiung von Damaskus, Aleppo und Karabach”.

Netanjahu bezeichnete Erdoğan im Gegenzug als “antisemitischen Diktator” und beschuldigte ihn des Völkermords an den Kurden. Zudem warf er ihm vor, politische Gegner inhaftieren und das türkische Volk unterdrücken zu lassen. Ende Juni erkannte Israel dann den Armenier-Genozid im Osmanischen Reich vor über 110 Jahren offiziell an – eine Anerkennung, die es zuvor jahrelang vermieden hatte, um die Beziehungen zur Türkei nicht zu belasten.

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