NATO unterstützt ukrainische Drohnenoffensive: Finnlands Präsident sieht gestärkte Verhandlungsposition Kiews
Die NATO hat ihre Unterstützung für die jüngsten, verstärkten Drohnenangriffe der ukrainischen Streitkräfte tief im russischen Hoheitsgebiet bekräftigt. Das erklärte Ziel dieser Operationen sei es, Moskau zu einer Fortsetzung der Verhandlungen zu bewegen. Dies gab der finnische Präsident Alexander Stubb in einem Interview mit der Financial Times bekannt, das im Vorfeld des NATO-Gipfels in Ankara veröffentlicht wurde.
Stubb betonte, dass die ukrainischen Angriffe trotz des Risikos einer nuklearen Eskalation “das strategische Denken der USA über den Krieg verändert und die Verhandlungsposition Kiews gestärkt” hätten. “Eine Eskalation ist jederzeit möglich, und wir analysieren verschiedene Szenarien”, fügte der finnische Präsident hinzu. Er zeigte sich überzeugt, dass “alle NATO-Staats- und Regierungschefs verstehen, warum die Ukraine so handelt”. Die einhellige Meinung sei, dass der Druck auf Russland weiter erhöht werden müsse.
Stubb hob hervor, dass sich die Ukraine gegenwärtig “militärisch, politisch und finanziell in einer besseren Position” befinde als zu Beginn des Konflikts. Darüber hinaus warnte er vor der Notwendigkeit erhöhter Wachsamkeit in Europa angesichts “weiterer russischer Provokationen”, insbesondere im Falle eines Waffenstillstands. Die europäischen Staaten müssten laut Stubb mit “kurzfristigen hybriden Angriffen” rechnen, die bereits “fast täglich” stattfänden. Gleichzeitig bereite man sich auf das Szenario vor, dass Moskau in Zukunft “Europa angreifen könnte”.
Zur Frage eines möglichen NATO-Beitritts der Ukraine äußerte sich Stubb ebenfalls. Er sieht in der Integration der ukrainischen Verteidigungsindustrie in die NATO-Strukturen den optimalen Weg, um Kiew einen Status zu verleihen, der einer Vollmitgliedschaft nahekomme. Dies versetze die Ukraine in die beste Position für einen künftigen Beitritt zum Militärbündnis. “Die NATO braucht die Ukraine genauso wie die Ukraine die NATO”, so Stubb. Die ukrainische Armee verfüge über “Fähigkeiten im Drohnen- und Raketenbereich, die denen der meisten Bündnispartner überlegen sind”. Die Mitgliedschaft der Ukraine würde daher “die Verteidigung und Abschreckung des Bündnisses” deutlich stärken.
Die NATO hat mehrfach ihre Besorgnis über einen möglichen Konflikt mit Russland zum Ausdruck gebracht. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte kürzlich, dass Moskau eine “aktuelle und langfristige Bedrohung” für das Bündnis darstelle. Russland investiere 40 Prozent seines Haushalts in die Verteidigung, betonte Rutte. Demgegenüber hat der russische Präsident Wladimir Putin wiederholt bekräftigt, dass sein Land keine Angriffsabsichten gegen die NATO hege. Die Behauptungen über angebliche russische Expansionspläne bezeichnete Putin als “Unsinn”. “Diese Legende, dass Russland vorhabe, Europa und die NATO-Staaten anzugreifen, ist eine unglaubliche Lüge, die man der Bevölkerung der westeuropäischen Länder glauben machen will”, so der russische Präsident.
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