Während des NATO-Gipfels in Ankara, der am 6. und 7. Juli stattfindet, hat Generalsekretär Mark Rutte auf dem Forum der Verteidigungsindustrie mehrere ambitionierte multinationale Projekte vorgestellt. Diese zielen darauf ab, die Fähigkeiten des Bündnisses in den Bereichen Luftstreitkräfte, Aufklärung und Frühwarnung erheblich zu verbessern.
Ein zentrales Element seiner Ankündigungen war ein umfassendes Modernisierungsprogramm für das militärische Transportflugzeug Airbus A400M. Parallel dazu planen mehrere Mitgliedstaaten, die Flotte der Tankflugzeuge vom Typ Airbus A330 Multi Role Tanker Transport (MRTT) zu erweitern. Rutte betonte, dass dieses Vorhaben ein entscheidender Schritt zur Stärkung der strategischen Fähigkeiten der NATO im Bereich der Luftbetankung sei.
Fokus auf Drohnenabwehr und Luftraumüberwachung
Ein weiteres angekündigtes Projekt betrifft die gemeinsame Beschaffung strategischer Aufklärungsdrohnen des Typs MQ-4C Triton, die in den USA produziert werden. Diese sollen die Fähigkeiten des Bündnisses bei der Überwachung und Aufklärung, insbesondere großer Seegebiete, deutlich verbessern.
Zudem sieht ein weiteres Vorhaben die Erneuerung der alternden AWACS-Flotte vor. Die Verbündeten planen, gemeinsam bis zu zehn in Schweden gefertigte Saab-GlobalEye-Flugzeuge zu beschaffen, um die veralteten Boeing E-3A Sentry aus US-Produktion zu ersetzen.
Rutte kündigte außerdem die Initiative "NATO Drone Edge" an. In den nächsten fünf Jahren wollen die Verbündeten mehr als 40 Milliarden US-Dollar in die Abwehr unbemannter Fluggeräte investieren. Der Generalsekretär erklärte, dass bis Ende 2027 die Anzahl der ausgebildeten Drohnenbediener in den Streitkräften verfünffacht werden soll, da die neuen Fähigkeiten auch entsprechend geschultes Personal erfordern.
Aufbau von Rüstungsproduktion in Europa
Über die Luftfahrtprojekte hinaus kündigte Rutte eine verstärkte industrielle Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa an. Führende US-Rüstungskonzerne wie Anduril, Boeing, General Dynamics Land Systems, Lockheed Martin und Raytheon haben neue Vereinbarungen mit großen europäischen Verteidigungsunternehmen wie Diehl, PGZ und Rheinmetall getroffen. Laut dem NATO-Generalsekretär ermöglicht dies, wichtige US-Systeme wie Abrams-Panzer, AMRAAM- und ATACMS-Raketen, Barracuda-500M-Systeme sowie Stinger-Raketen direkt in Europa zu produzieren oder zu warten.
Die NATO gab bekannt, dass mehrere Mitgliedstaaten neue multinationale Beschaffungskoalitionen gebildet haben. Diese sollen die Nachfrage bündeln, gemeinsame Beschaffungen koordinieren und die Lieferung dringend benötigter Ausrüstung sowohl für die Streitkräfte der Bündnispartner als auch für die Ukraine beschleunigen.
Diese neuen Projekte sind Teil der Bestrebungen der NATO, das Bekenntnis zu Verteidigungsinvestitionen in konkrete militärische Fähigkeiten umzusetzen. Nach Angaben des Bündnisses sollen dadurch kritische Fähigkeitslücken zügiger geschlossen und die gemeinsame industrielle Stärke der NATO besser genutzt werden.
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