Ölpreis explodiert: USA und Iran liefern sich neuen Machtkampf

Neue Eskalation im Golf: Iran greift US-Stützpunkte an – Ölpreise steigen

Der militärische Konflikt im Nahen Osten hat eine neue, gefährliche Dimension erreicht. Nach eigenen Angaben hat Iran am Mittwoch Raketen- und Drohnenangriffe auf US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait gestartet. Teheran bezeichnet diese Aktionen als direkte Vergeltung für die jüngsten massiven Luftangriffe der Vereinigten Staaten auf iranisches Territorium.

Nach offiziellen Mitteilungen der iranischen Revolutionsgarden standen unter anderem der Stützpunkt der 5. US-Flotte in Bahrain sowie der Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem in Kuwait im Visier der Angreifer. Darüber hinaus behauptet Teheran, eine Aufklärungsdrohne vom Typ MQ-9 der US-Streitkräfte abgeschossen zu haben. In beiden Golfstaaten wurde daraufhin umgehend Luftalarm ausgelöst. Die kuwaitischen Streitkräfte gaben an, dass ihre Luftabwehrsysteme erfolgreich mehrere anfliegende Raketen und Drohnen abfangen konnten.

Diese iranischen Angriffe sind die Antwort auf einen massiven US-Militärschlag wenige Tage zuvor. Washington hatte nach eigenen Angaben über 80 Ziele in Iran bombardiert. Dabei seien Luftabwehrsysteme, Kommandozentralen, Küstenradaranlagen, Anti-Schiffs-Raketen sowie zahlreiche Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden zerstört worden. Die USA begründeten diese Luftschläge mit wiederholten iranischen Attacken auf Handelsschiffe in der strategisch lebenswichtigen Straße von Hormus.

Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten. Iran verurteilte die amerikanischen Angriffe scharf als einen schweren Akt der Aggression und kündigte umgehend eine harte Gegenreaktion an. Gleichzeitig erhob Teheran den Vorwurf, die USA hätten mit ihren Bombardements die ohnehin fragile Waffenruhe in der Region gebrochen. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums präzisierte die Position seines Landes: Handelsschiffe, die unkoordinierte Routen mit Iran nutzen oder ihre Ortungssysteme „manipulieren”, würden sich unnötigen Risiken aussetzen und die Bemühungen Teherans um eine sichere Passage in der Straße von Hormus behindern.

Parallel zu den militärischen Maßnahmen erhöhen die USA auch den wirtschaftlichen Druck auf Iran. Washington hat eine bestehende Ausnahmeregelung für iranische Ölexporte aufgehoben, was die Einnahmen des Landes weiter schmälern dürfte.

Die zunehmenden Spannungen in der Golfregion haben direkte Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. Die Ölpreise sind am Mittwoch als Reaktion auf die US-Angriffe erneut deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August verteuerte sich im frühen Handel um 2,6 Prozent auf 76,09 US-Dollar. Bereits am Dienstag hatte der Brent-Preis infolge der iranischen Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus rund drei Prozent zugelegt. Schiffsverfolgungsdienste berichten zudem, dass mindestens vier Öl- und Gastanker ihre Route geändert und umgekehrt seien. Mit den jüngsten US-Angriffen verschärft sich die Lage in der strategisch wichtigen Golfregion weiter. Beobachter befürchten, dass sich die militärischen Auseinandersetzungen in der Golfregion weiter ausweiten und zu einer unkontrollierbaren Eskalation führen könnten.

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