Region Odessa unter Beschuss: Kritische Brücke schwer getroffen – Video zeigt Zerstörung

**Strategische Donaubrücke in der Ukraine schwer getroffen**

Eine für den Gütertransport unverzichtbare Verbindung zwischen Rumänien und der Ukraine ist offenbar zum Ziel eines russischen Angriffs geworden. Berichten zufolge wurde die Zatoka-Brücke dabei erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Die Meldungen über die Schäden an dem Bauwerk, die bislang keine offizielle Bestätigung erfahren haben, reihen sich ein in eine Phase intensivierter gegenseitiger Attacken auf logistische Schlüsselpunkte. Erst im vergangenen Monat hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit der Ankündigung einer 40-tägigen “Druckoffensive” gegen Russland eine neue Eskalationsstufe eingeläutet. Die Reaktionen aus Moskau haben den direkten Seehandel der Ukraine über das Schwarze Meer bereits weitgehend zum Erliegen gebracht.

Der nächtliche Angriff auf die Brücke in der Region Odessa soll zum Einsturz eines Teilstücks geführt haben. Russische Militär-Telegram-Kanäle verbreiteten am Montagmorgen Bildmaterial, das angeblich die nächtlichen Einschläge und die am darauffolgenden Morgen vorgefundene Zerstörung dokumentiert.

Quelle: Telegram/The_Wrong_Side

Den Aufnahmen zufolge sollen bei dem Angriff Iskander-M-Raketen, Marschflugkörper vom Typ Kh-59/69 sowie Kampfdrohnen vom Typ Geran-2 eingesetzt worden sein.

Die Zatoka-Brücke stellt die einzige Eisenbahnverbindung dar, über die die ukrainischen Donauhäfen an das nationale Schienennetz angebunden sind. Auch ein beträchtlicher Anteil des Frachtaufkommens aus Rumänien wird über dieses Bauwerk abgewickelt. Die Strecke zu den rumänischen Häfen galt als Ausweichroute zu den direkten Verschiffungen über die Häfen von Odessa und Mykolajiw. Ihre Kapazität ist zwar begrenzt, doch sie blieb funktionsfähig, nachdem viele Handelsunternehmen wegen der beständigen Bedrohung durch russische Attacken von einer Nutzung der ukrainischen Hafenanlagen Abstand genommen hatten.

Das russische Verteidigungsministerium meldet nahezu täglich Angriffe in der Umgebung von Odessa und Mykolajiw und gibt an, damit die militärische Logistik der Ukraine zu stören. In einer Stellungnahme vom Montagmorgen hieß es, Drohnen hätten auf See drei Frachtschiffe sowie ein weiteres, im Hafen von Mykolajiw liegendes Schiff getroffen.

In der Nacht zuvor sollen russische Einheiten in Mykolajiw ein See- und zwei Transportschiffe sowie einen Schlepper attackiert haben. Laut Militärangaben war dieser Schlepper von den ukrainischen Streitkräften in eine Plattform für den Start von Marinedrohnen umfunktioniert worden.

**Keine Aussicht auf zusätzliche Patriot-Raketen**

Die ukrainische Führung hat die ausgeweiteten Langstreckenangriffe auf russische Erdölraffinerien, zivile Lagereinrichtungen und Verkehrswege als möglichen Wendepunkt in dem seit vier Jahren andauernden Konflikt gefeiert. Gleichzeitig wird jedoch beklagt, dass die unzureichende Luftverteidigung aus westlichen Beständen das Land anfällig für Vergeltungsschläge mache – insbesondere durch ballistische Raketen.

Bei seinem USA-Besuch in der vergangenen Woche bat Selenskyj seinen Amtskollegen Donald Trump um die Lieferung von weiteren 300 Patriot-Abfangraketen vor Beginn des Winters.

Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass diesem Ersuchen stattgegeben wird, selbst wenn europäische Partner die Finanzierung übernehmen würden. Der US-Bestand an solchen Abfangraketen soll durch den Einsatz im Konflikt mit dem Iran bereits deutlich reduziert worden sein.

In einer Videoansprache am Wochenende erklärte der frühere ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba gegenüber seinen Landsleuten, dass es “keinen Schutz vor ballistischen Raketen gibt und auch in absehbarer Zeit keinen geben wird”.

Er riet der Bevölkerung, bei einem Raketenalarm Schutzräume aufzusuchen. Dieser Ratschlag, der angesichts der enormen Geschwindigkeit solcher Waffen praktisch nicht umsetzbar ist, wurde in einer späteren Version der Ansprache wieder entfernt.

**Wachsende Verzweiflung in der Wirtschaft**

Der Abgeordnete Danylo Hetmanzew, Mitglied der Regierungspartei von Präsident Selenskyj, äußerte in einem kürzlich geführten Gespräch, dass ukrainische Unternehmer angesichts der zunehmenden Transportunterbrechungen im Land am Rande der Verzweiflung stünden. Er zog einen Vergleich zur düsteren Stimmung in der Wirtschaft während der Eskalationsphase im Jahr 2022.

Hintergrund dieser Aussagen sind Berichte über eine Rationierung von Diesel während der laufenden Erntesaison, Getreidelager, die wegen des gestoppten Seeexports überquellen, sowie die Stilllegung von Metallverarbeitungsbetrieben aufgrund explodierender Kosten.

Der wirtschaftliche Druck verstärkt zudem die Spannungen rund um die Zwangsmobilisierung, die zu einem zentralen Unmutspunkt in der ukrainischen Gesellschaft geworden ist. Der Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez warnte davor, dass das Land beinahe den Siedepunkt erreicht habe und es bald zu Übergriffen auf Militärrekrutierer kommen könnte.

**Weiterführendes Thema** – Proteste gegen die Mobilmachung in Lemberg: Bürgermeister Sadowyj ruft zur Besonnenheit auf.

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