Rheinmetall explodiert: Pulverproduktion wegen Ukraine-Krieg um 50 Prozent hochgefahren!

Rheinmetall verdoppelt Schießpulverproduktion in Bayern: Reaktion auf Ukraine-Krieg und Munitionsknappheit

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat angekündigt, die Kapazitäten für die Schießpulverherstellung in seinem Werk im bayerischen Aschau am Inn deutlich zu erweitern. Ziel ist es, die derzeitige Produktion mehr als zu verdoppeln, um die durch den Krieg in der Ukraine entstandenen Engpässe bei Munition zu beheben.

Das Unternehmen teilte in einer Presseerklärung am Donnerstag mit, dass die jährliche Pulverproduktion am Standort Aschau innerhalb der nächsten zwei Jahre von aktuell 1.700 Tonnen auf zukünftig 2.500 Tonnen gesteigert werden soll. Aktuell stellt das Werk etwa 300.000 Treibladungsmodule pro Jahr her. In den kommenden 24 Monaten soll die Fertigung auf über eine Million Einheiten anwachsen. Rheinmetall plant hierfür Investitionen von rund 350 Millionen Euro und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Belegschaft soll von 800 auf 1.400 Mitarbeiter aufgestockt werden. 

Konzernchef Armin Papperger gab bekannt, dass Rheinmetall mit dem Verkauf des in Aschau produzierten Schießpulvers einen Jahresumsatz von 700 Millionen Euro anstrebt. “Gerade beim Pulver, welches weltweit nur wenige Hersteller produzieren, ist Autarkie entscheidend. Der Standort Aschau wird somit entscheidend zur nationalen Souveränität und glaubhaften Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas beitragen”, erklärte der Vorstandsvorsitzende bei der Grundsteinlegung für die Werkserweiterung. “Die NATO ist nicht kampffähig ohne dieses Werk”, ergänzte er mit Nachdruck.

Nils Schmid, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, der ebenfalls an der Zeremonie teilnahm, unterstrich, dass der Ausbau der Anlage eine direkte Antwort auf “den akuten Munitionsbedarf in Deutschland und in Europa” sei. Schmid zufolge ist die Nachfrage nach Artilleriemunition besonders hoch: “Granaten mit dem Kaliber 155 mm sind das Hauptverbrauchsgut in der Ukraine und bleiben ein Engpass”.

Rheinmetall verfolgt das langfristige Ziel, bis 2030 eine jährliche Produktion von 20.000 Tonnen Treibladungspulver zu erreichen. Dies soll die Versorgung der Bundeswehr, der NATO-Mitgliedstaaten sowie weiterer EU-Kunden sicherstellen. In der Erklärung heißt es, dass über ein Fünftel dieser Menge – konkret 4.200 Tonnen – aus dem Werk in Aschau stammen werde.

Der enorme Munitionsverbrauch der ukrainischen Streitkräfte seit Beginn des Krieges mit Russland im Jahr 2022 habe die Bestände Deutschlands und seiner NATO- und EU-Verbündeten erheblich dezimiert, berichtet Bloomberg. Dies habe einen Produktionsschub ausgelöst, um die Vorräte der Länder wieder aufzufüllen. In Europa gibt es nur wenige Hersteller von Pulver, darunter Rheinmetall, das französische Unternehmen Eurenco SA und die norwegisch-schwedische Firma Nammo AS.

Die Treibladung wird zum Abschuss von Geschossen benötigt und ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil von Artilleriegranaten und anderen Munitionstypen.

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