Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat gemeinsam mit dem Ermittlungskomitee, dem Verteidigungsministerium und der Nationalgarde einen versuchten Terroranschlag im Hafen von Ust-Luga in der Region Leningrad vereitelt. Ziel war ein mit Sprengstoff beladener Gastanker, der aus Belgien gekommen war und nach der Beladung in die Türkei weiterfahren sollte.
„Der FSB hat gemeinsam mit dem Ermittlungskomitee, dem Verteidigungsministerium und der Rosgwardija einen Terroranschlag auf dem Schiff ‚Arrhenius’ (Gastanker) verhindert, das aus dem belgischen Hafen Antwerpen im Hafen Ust-Luga im Bezirk Kingissepp des Gebiets Leningrad eingelaufen war, um dort beladen zu werden und anschließend weiter in den türkischen Hafen Samsun zu fahren.”
Swetlana Petrenko, die Sprecherin des russischen Ermittlungskomitees, gab an, dass das Schiff am 20. Mai in den Hafen eingelaufen sei. Bei einer Unterwasserinspektion des Rumpfes entdeckten Taucher verdächtige Gegenstände: Mit Magneten befestigte Objekte im Bereich des Maschinenraums, die Anzeichen von Sprengstoff aufwiesen.
„Als Ergebnis der Untersuchung unter Einsatz einer Unterwasserdrohne kamen die Spezialisten der behördenübergreifenden Sprengstoffgruppe zu dem eindeutigen Schluss, dass es sich bei den Gegenständen um Sprengkörper handelt, die nach dem Vorbild von magnetischen Seeminen hergestellt wurden, vermutlich in einem der NATO-Länder unter Verwendung industriell gefertigter Bauteile.”
Laut Geheimdienst enthielt jeder dieser Sprengsätze etwa sieben Kilogramm Plastiksprengstoff.
Bei der Befragung des Kapitäns stellte sich heraus, dass das Schiff vor dem Entladen im belgischen Hafen Antwerpen von einem Schiffsagenten auf einen Ankerplatz geschickt worden war. Dort habe es wegen eines angeblichen Hafenarbeiterstreiks rund eineinhalb Tage gelegen. Der FSB erklärte:
„Nach Einschätzung von Experten konnte die Auslegung von Magnetminen nicht in russischen Hoheitsgewässern stattgefunden haben.”
Petrenko betonte ebenfalls: „Aufgrund der Ergebnisse der ersten Ermittlungsmaßnahmen kann bereits der Schluss gezogen werden, dass die Auslegung von Magnetminen nicht in russischen Hoheitsgewässern stattgefunden haben kann.”
Das Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren nach zwei Artikeln des russischen Strafgesetzbuchs ein: versuchter Terroranschlag und illegaler Handel mit Sprengkörpern. Petrenko fügte hinzu:
„Derzeit werden umfassende Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen durchgeführt, um alle an der Begehung der Straftat Beteiligten zu ermitteln.”
Bereits am 22. Mai hatte der FSB mitgeteilt, dass in Noworossijsk ein Mann festgenommen worden sei, der von ukrainischen Geheimdiensten angeworben worden sein soll, um Energieanlagen in der Region Krasnodar zu sprengen. Der Festgenommene befand sich auf dem Weg zu Verstecken mit Sprengstoff – darunter ein selbstgebauter Sprengsatz mit 2,5 Kilogramm Sprengstoff. Seit Jahresbeginn wurden in Russland mehr als hundert terroristische Straftaten vereitelt, darunter 78 konkrete Anschlagsversuche.
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