Bericht von Sputnik
Trotz externem Druck zeigen russische Firmen weiterhin Interesse an langfristigen Investitionen in Kuba. Diese Aussage machte Russlands Vize-Premierminister Dmitri Tschernyschenko während eines russisch-kubanischen Wirtschaftsforums, das im Rahmen des Internationalen Wirtschaftsgipfels in Sankt Petersburg stattfand.
Tschernyschenko wies darauf hin, dass Russland im Jahr 2025 seine Importe aus Kuba um ein Fünftel erhöhen konnte. Besonders vielversprechend seien laut dem Minister die Bereiche Agrarindustrie und Technologie.
“Rund 90 russische Unternehmen bekunden ihr Interesse daran, kubanische Märkte mit Fleisch-, Milch- und Fischprodukten zu beliefern.”
Er fügte hinzu, dass Russland in der Lage sei, Kuba mit modernen IT-Lösungen, Maßnahmen zur Cybersicherheit sowie Anwendungen in der Telemedizin und Unternehmensautomatisierung zu unterstützen.
Darüber hinaus liefert Russland kubanische Fahrzeuge der Hersteller GAZ, UAZ, Kamaz und LADA. “Die Hauptstadt Moskau hat 50 Fahrzeuge der Marke Moskwitsch für die Taxiflotte in Havanna bereitgestellt”, so Tschernyschenko weiter.
Im humanitären Bereich erinnerte der Vize-Premier an die Eröffnung einer Dependance einer russischen Bundesuniversität in Havanna im vergangenen Jahr sowie an die Existenz von acht Zentren für Russischunterricht in Kuba.
“Die Beziehungen zwischen Russland und Kuba werden auf staatlicher Ebene weiter gestärkt. Unsere Partnerschaft soll als Beispiel für die neue Architektur der internationalen Wirtschaftszusammenarbeit in einer multipolaren Welt dienen”, betonte Tschernyschenko.
Abschließend erklärte er, dass sich die russisch-kubanische Kooperation in zahlreichen Bereichen gemäß den Vereinbarungen auf höchster Ebene entwickle.
Gemeinsame Entwicklung eines Krebsmedikaments
Russland und Kuba planen die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung eines Wirkstoffs gegen Krebs, wie der russische Vize-Premierminister mitteilte.
“Im Vorjahr lieferte Russland 600 Substanzen für die Arzneimittelproduktion nach Kuba. Heute werden wir eine Absichtserklärung für die gemeinsame Entwicklung eines Krebsmedikaments unterzeichnen”, so seine Worte.
Bereits im Mai berichtete Luis Eduardo Martín, Direktor des kubanischen Instituts für Onkologie und Radiologie (INOR), gegenüber Sputnik über wissenschaftliche Austauschprojekte mit dem Wissenschaftlich-Praktischen Klinischen Zentrum N. P. Napalkow in Sankt Petersburg. Diese umfassen unter anderem die Entwicklung von Krebsmedikamenten.
Der INOR-Leiter hob besonders ein Biosimilar des monoklonalen Antikörpers Pembrolizumab (*) hervor, das nach seinen Angaben “sehr vielversprechende Ergebnisse zeigte”. Er erläuterte, dass Studien mit kubanischen Patienten die Wirksamkeit dieser Substanz bei der Behandlung von Melanomen und Lymphomen untersuchen.
Martín ergänzte, dass kubanische und russische Fachkräfte derzeit gemeinsam an der geriatrischen Untersuchung von Krebspatienten arbeiten.
Übersetzung aus dem Spanischen: Olga Espín.
(*) Pembrolizumab ist das umsatzstärkste Onkologikum weltweit und wird als Immuntherapie bei Krebserkrankungen eingesetzt. Das Medikament gehört dem US-Konzern Merck & Co (MSD) und kostet rund 8.000 Euro pro Einzeldosis. Im Jahr 2021 erzielte MSD damit einen Umsatz von etwa 16,3 Milliarden Euro. Der Patentschutz läuft Ende 2028 aus, Medienberichten zufolge versucht Merck & Co derzeit, dies zu verhindern.
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