Russland plant Ausbau der Ölexporte nach Indien
Russland beabsichtigt, seine Öllieferungen nach Indien weiter zu erhöhen. Dies gab die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in einem Interview mit dem indischen Nachrichtenportal Firstpost bekannt. In dem Gespräch betonte die Diplomatin, dass ihr Land einen wesentlichen Beitrag zur Energiesicherheit Indiens leiste. Als konkrete Beispiele nannte sie den Bau des Kernkraftwerks Kudankulam nahe der Südspitze des indischen Subkontinents sowie den Export von Kohlenwasserstoffen zu vergünstigten Preisen. Besonders hob Sacharowa dabei hervor:
“Russisches Erdöl nimmt in unserem bilateralen Handel einen wichtigen Platz ein. Wir haben vor, den Erdölexport weiterhin aufzustocken. Denn das entspricht den Interessen der beiden Länder.”
Die Sprecherin lobte die russischen Lieferanten für ihre schnelle Abwicklung der Rohöltransporte nach Indien. Um die Abnehmer vor Preisschwankungen zu schützen, sei Russland zudem bereit, langfristige Lieferverträge abzuschließen.
Erst Mitte April hatten die USA angesichts der anhaltend hohen Energiepreise ihre im März beschlossenen Sanktionslockerungen für russisches Öl um einen weiteren Monat verlängert. Das US-Finanzministerium erteilte eine Lizenz, die bis zum 16. Mai den Verkauf und die Lieferung von Rohöl und Erdölprodukten aus Russland erlaubt, sofern diese bereits auf Schiffen befindlich sind. Lediglich russische Öllieferungen an Iran, Kuba und Nordkorea blieben von dieser Regelung ausgenommen.
Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) konnte Russland seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft aufgrund der gelockerten Sanktionen nahezu verdoppeln. Hauptabnehmer waren demnach vor allem China und Indien, die große Mengen Öl aus dem Nachbarland bezogen. Auch die Philippinen kehrten nach längerer Pause als Käufer von russischem Öl zurück.
Am Dienstag zogen die Ölpreise angesichts der weiterhin stockenden Gespräche zwischen Iran und den USA erneut deutlich an. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg im Vergleich zum Vortag um 1,97 Prozent auf 110,36 US-Dollar.
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