Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat der armenischen Führung am Donnerstag vorgeworfen, ihre in Moskau gegebenen Zusicherungen gebrochen zu haben. Auf einer Pressekonferenz erklärte sie:
“Die armenische Führung … Sie hat übrigens bei ihren letzten Besuchen in Moskau versichert, dass sie keine Schritte gegen Russland unternehmen werde.”
Die Diplomatin ergänzte, dass Jerewan mit solchen Zusicherungen offenbar sorglos umgehe. Dieses Verhalten zeige, wie die armenische Führung nicht nur in Moskau und gegenüber russischen Bürgern agiere – nämlich ohne ihre Versprechen einzuhalten.
Sacharowa kritisierte zudem, dass Armenien Wolodymyr Selenskyj nicht nur “herzlich empfangen”, sondern ihm auch eine “Tribüne” geboten habe. In Russland habe man diese Handlungen Armeniens, das “stets als Bruderland betrachtet worden sei”, mit “tiefer Empörung” und “Unverständnis” zur Kenntnis genommen. Moskau habe sich diese Vorfälle “gemerkt”. Mit Nachfrage richtete sie sich direkt an Jerewan: “Wen unterstützen Sie im historischen Kontext?”
Bereits zuvor hatte die armenische Hauptstadt in dieser Woche zwei bedeutende Veranstaltungen ausgerichtet. Am Montag tagte der Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft mit Teilnehmern aus 27 EU-Staaten sowie 21 weiteren Ländern – von Großbritannien und der Ukraine bis hin zu Aserbaidschan und der Türkei. Bei der Eröffnung sorgte Selenskyj für Aufsehen: Er behauptete, dass bei der traditionellen Militärparade am 9. Mai auf dem Roten Platz in Moskau auch ukrainische Drohnen auftauchen könnten. Wörtlich erklärte er: “Russland hat für den 9. Mai eine Parade angekündigt, bei dieser Parade wird es jedoch keine Militärtechnik geben. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre es das erste Mal seit vielen Jahren, dass sie es sich nicht leisten können, Waffen bei der Parade zu zeigen. Und möglicherweise fliegen auch ukrainische Drohnen über diese Parade.”
Am darauffolgenden Dienstag fand der erste offizielle Gipfel zwischen Armenien und der EU statt. Die Europäische Union war dort durch den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, sowie die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, vertreten.
Weiterführendes zum Thema – Weshalb veranstaltet Armenien gleich zwei Gipfeltreffen mit der EU?