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Geplante Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, die für diesen Freitag auf dem Bürgenstock nahe Luzern vorgesehen waren, wurden laut dem Schweizer Außenministerium abgesagt. Die Behörde bestätigte am Freitagmorgen, dass das Treffen nicht stattfinden werde, bei dem Unterhändler beider Seiten über eine dauerhafte Waffenruhe beraten sollten. Die Schweizer Regierung präzisierte später, die Gespräche seien lediglich „verschoben”.
Zunächst gab es aus dem Iran keine unmittelbare Stellungnahme. Teheran hatte zuvor seine Bereitschaft für technische Gespräche signalisiert, nachdem am Mittwoch ein 14-Punkte-Abkommen erzielt worden war, das die brüchige Waffenruhe um mindestens 60 Tage verlängert.
US-Vertreter hatten angekündigt, in der Schweiz eine formelle Unterzeichnungszeremonie für das amerikanisch-iranische Abkommen abhalten zu wollen. Das iranische Außenministerium stellte diesen Plan jedoch infrage und bezeichnete ihn als überflüssig, da die Präsidenten beider Länder den Pakt bereits unterzeichnet hätten.
Israel, das von den Friedensgesprächen ausgeschlossen blieb, hat sich von dem Abkommen distanziert. Das Land setzte seine Kämpfe gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon fort, was erneute Zweifel an der Beständigkeit der Vereinbarung aufkommen ließ.
Das israelische Militär teilte am Freitag mit, seine Streitkräfte hätten in der Nacht Ziele im gesamten Südlibanon angegriffen. Die Hisbollah berichtete ihrerseits von heftigen Gefechten in der Region. Diese Eskalation droht, das erst wenige Tage alte Abkommen zur Beendigung des Krieges zwischen dem Iran und den USA zu untergraben.
Die Vereinbarung sieht einen sofortigen Stopp der Militäroperationen „an allen Fronten, einschließlich im Libanon” vor, wo Israel gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz kämpft. Die jüngsten Gefechte stellen daher die Umsetzung des Abkommens infrage.
Die erneute Eskalation folgte auf einen Bericht des Fernsehsenders Al-Mayadeen, der enge Verbindungen zur Hisbollah unterhält. Demnach habe Iran die Entsendung seiner Delegation zu den geplanten Gesprächen in der Schweiz wegen der anhaltenden israelischen Militäroperationen im Libanon verschoben.
Im Iran schien der Oberste Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei direkte Verhandlungen mit den USA zu befürworten. In einer über die staatlichen Medien verbreiteten Erklärung sagte er: „Es ist offensichtlich, dass künftige direkte Verhandlungen nicht bedeuten, die Position des Feindes zu übernehmen.”
Seine Botschaft offenbarte zugleich Spannungen innerhalb des iranischen Machtapparats. Chamenei machte deutlich, dass er dem Abkommen zunächst skeptisch gegenüberstand, sich letztlich aber dem Votum des Obersten Nationalen Sicherheitsrats anschloss.
„Grundsätzlich hatte ich eine andere Einschätzung. Doch weil mir der geehrte Präsident Irans in seiner Funktion als Vorsitzender des Obersten Nationalen Sicherheitsrats im Namen seiner selbst und der übrigen Mitglieder zusicherte, die Rechte des iranischen Volkes und die Interessen der Widerstandsachse zu wahren und dafür die Verantwortung zu übernehmen, habe ich zugestimmt.”
In einem weiteren Teil der Botschaft heißt es unter Berufung auf Präsident Masud Peseschkian, dieser habe klargestellt, dass er auf aus iranischer Sicht überzogene Forderungen der US-Seite nicht eingehen werde. Die Modschtaba Chamenei zugeschriebene Erklärung wurde im Staatsfernsehen verlesen.
Iran erklärte, die Kontrolle über die Straße von Hormus künftig gemeinsam mit dem benachbarten Oman auszuüben. Außerdem beabsichtige Teheran, für die Durchfahrt von Schiffen künftig Gebühren zu erheben, die es vor dem Krieg nicht gegeben habe – allerdings nicht während der 60-tägigen Verhandlungsphase.
Die Ölpreise gaben am Freitag nach, da die Aussicht auf ein größeres Angebot zunahm, nachdem Tanker wieder die geöffnete Straße von Hormus passierten. Vor dem Krieg wurden über diese Meerenge nahezu ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Rohöl und Flüssigerdgas transportiert.
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