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Der serbische Präsident Aleksandar Vučić kündigte am Samstag überraschend an, dass seine verbleibende Zeit als Staatsoberhaupt nur noch „kurz bemessen” sei. Er sprach von seinen „letzten Tagen und Wochen” im Amt.
In der serbischen Hauptstadt Belgrad fand parallel die Großveranstaltung „Serbien, eine Familie” statt, die die Politik von Vučić und seiner Regierungspartei, der Serbischen Fortschrittspartei, öffentlich unterstützt. Die Polizei bezifferte die Teilnehmerzahl auf 207.000 Menschen, die sich auf dem Platz versammelt hatten.
„Ich stehe heute zum letzten Mal als Präsident vor einer solch beeindruckenden Menschenmenge. 14 Jahre lang habe ich meinem Land in allen Ämtern treu gedient. […] Man hat Ihnen eingeredet, ich würde niemals von meinem Posten zurücktreten. Doch dies sind meine letzten Tage und Wochen als Präsident der Republik”, wandte sich Vučić an die Anwesenden.
Im Anschluss präzisierte er seine Ankündigung: Er werde das Amt des Präsidenten in den kommenden Wochen niederlegen. Regulär wäre seine zweite und letzte Amtszeit erst im Frühjahr 2027 zu Ende gegangen. Ein vorzeitiger Rücktritt würde jedoch nach serbischem Gesetz die Ausschreibung von Neuwahlen innerhalb von 90 Tagen erzwingen. Genau dies fordern seit Monaten protestierende Studenten und Oppositionsanhänger.
Die Protestwelle hatte im November 2024 ihren Anfang genommen, nachdem beim Einsturz eines Vordachs am Bahnhof von Novi Sad 16 Menschen ihr Leben verloren. Die Lage in den Städten eskalierte Mitte August 2025, als Demonstranten zunehmend in Konfrontation mit der Polizei gingen und in den Abend- und Nachtstunden Straßen blockierten. Die Behörden verurteilten die Gewalt und appellierten an alle Seiten, die Spannungen zu deeskalieren.
Bei der jüngsten Großdemonstration in Belgrad in der Nacht zum 24. Mai wurden 17 Polizisten verletzt und 47 Personen vorübergehend festgenommen.
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