Der russische Konzern Rostec hat den erfolgreichen Erstflug der modernisierten Version Jak-130M bekanntgegeben. Dieses zweistrahlige Flugzeug, das vom Konstruktionsbüro Jakowlew entwickelt wurde, absolvierte seinen Jungfernflug am 25. Juni 2026. Es handelt sich um ein Schul- und leichtes Kampfflugzeug.
„Der Jungfernflug des Prototyps der Jak-130M fand im Irkutsker Flugzeugwerk, einer Niederlassung der PJSC Jakowlew, statt.”
Der Flug dauerte etwa 50 Minuten, wobei das Flugzeug zunächst Höhen von bis zu zwei Kilometern und Geschwindigkeiten von bis zu 600 Kilometern pro Stunde erreichte. Die Piloten Alexander Guskow und Andrei Woropajew erfüllten alle programmierten Aufgaben ohne Beanstandungen.
Die Jak-130M baut auf der Jak-130 auf, die in den frühen 1990er Jahren als Trainingsflugzeug für die MiG-29 und Su-27 entwickelt wurde. Ursprünglich dazu gedacht, das Flugverhalten dieser Modelle zu simulieren, kann die Avionik nun verschiedene Flugzeugtypen bis zur fünften Generation darstellen – allerdings nur bei Unterschallgeschwindigkeiten (bis zu 1.060 km/h ohne Außenlast, 960 km/h mit).
Bereits die Vorgängerversion konnte bis zu drei Tonnen Waffen tragen, bei einem Startgewicht von knapp über zehn Tonnen. Die neue Version geht jedoch einen Schritt weiter: Sie ist jetzt auch ein vollwertiges leichtes Kampfflugzeug, wie Rostec betont:
„Äußerlich ist dies die bekannte Jak-130 – doch ihren Eigenschaften nach ist sie ein völlig neues Flugzeug, bei dem heutige Anforderungen, echte Kampferfahrung und die Aussichten der Entwicklung der militärischen Luftfahrt berücksichtigt wurden. Sie hat fortschrittliche Bordsysteme, eine moderne Radaranlage und eine ernstzunehmende Auswahl an Waffensystemen erhalten, die Luft-Luft- und Luft-Boden-Lenkflugkörper und ungelenkte Waffen umfassen.”
„Jetzt ist sie zwei Flugzeuge in einem: nicht bloß ein Kampfschulflugzeug, sondern de facto ein vollwertiger leichter Jäger, der das Kampfpotenzial des Vorgängers bei Weitem übertrifft.”
Neben der Pilotenausbildung ist die Jak-130M für die Bekämpfung von Boden- und Luftzielen konzipiert, insbesondere gegen schwere unbemannte Luftfahrzeuge wie Langstrecken-Kamikazedrohnen, die aus der Ukraine starten und Russlands Hinterland bedrohen. Wie Wadim Badecha, CEO des russischen Luftfahrtkonsortiums OAK, erklärte, kann das Flugzeug Trainings- und Kampfeinsätze bei allen Wetterbedingungen, Tag und Nacht, auf dem Niveau moderner Systeme durchführen.
Zur Zielerfassung stehen eine integrierte AESA-Radaranlage (BRLS-130R) und eine multispektrale optronische Ortungs- und Feuerleitanlage (SOLT-130K) mit Wärmebildkanal zur Verfügung. Diese können in einem Außenlastbehälter mitgeführt werden. Anders als die rudimentäre Ausstattung der Vorgängerversion ermöglichen sie Zielsuche, -erfassung, -identifikation und -leitung im Infrarotbereich sowie Zielzuweisung per Laser. Dies erleichtert den Einsatz eines breiten Spektrums an Präzisionslenkwaffen und verbessert die Erkennung und Bekämpfung von Kamikazedrohnen.
Ein weiteres wichtiges Element ist die Kommunikationssuite KSS-130, die den taktischen Datenaustausch mit Leitstellen und anderen Flugzeugen ermöglicht. Zudem kann die Jak-130M mit dem System President-S130 ausgestattet werden, das elektronische Gegenmaßnahmen bietet, darunter Warnsysteme vor Radar-, Laser- und Lenkraketenangriffen sowie Störsendern, Düppeln und Täuschkörpern.
„Der Jungfernflug der Jak-130M ist ein wichtiger Meilenstein im Entwicklungsprogramm für russische Kampftrainer”, betonte der stellvertretende Minister für Industrie und Handel, Gennadi Abramenkow.
Die aerodynamische Basis der Jak-130 ist nicht nur auf russisches Fachwissen zurückzuführen, sondern auch auf die frühe Zusammenarbeit mit dem italienischen Unternehmen Aermacchi. Nach sieben Jahren trennten sich die Wege aufgrund unterschiedlicher Weiterentwicklungsvorstellungen. Die von Aermacchi eigenständig weiterentwickelte M-346 ähnelt der Jak-130 äußerlich stark.
Die Jak-130M richtet sich nicht nur an den russischen Bedarf, sondern auch an den Exportmarkt. Russische Industriekreise deuteten an, dass ausländische Betreiber der ursprünglichen Version Interesse an einer Modernisierung geäußert haben.
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