KI-Alarm: US-Energieversorger droht mit Blackout – „KI frisst uns den Strom“

Bereits im Jahr 2027 könnten US-Verbraucher mit Stromausfällen konfrontiert werden, die durch die zunehmende Belastung des Stromnetzes infolge der Künstlichen Intelligenz verursacht werden. Dies gab Calvin Butler, CEO des größten US-Energieversorgers Exelon, in einem Interview mit der Financial Times (FT) bekannt. Um in neue Infrastruktur zu investieren, seien laut Butler höhere Strompreise unumgänglich.

Butler betonte, dass es durchaus realistisch sei, dass Amerikaner bereits im kommenden Jahr aufgrund eines Mangels an Kraftwerken in den Regionen Nordosten und Mittlerer Westen ohne Strom dastehen könnten. Im vergangenen Winter sei der Versorger kurz davor gewesen, an einigen der kältesten Tage des Jahres die Stromversorgung für rund 400.000 Kunden drosseln zu müssen – und die Lage verschärfe sich zunehmend.

Die Warnung erfolgt laut FT vor dem Hintergrund der Bemühungen von Energieversorgern und politischen Entscheidungsträgern, den steigenden Strombedarf des KI-Booms mit einer stabilen Versorgung und niedrigen Preisen in Einklang zu bringen. Prognosen des Beratungsunternehmens ICF zufolge wird der Strombedarf bis 2035 voraussichtlich um 39 Prozent ansteigen. Hinzu kommen volatile Erdgaspreise und die Modernisierung veralteter sowie witterungsgeschädigter Stromnetze, die die Kosten zusätzlich in die Höhe treiben.

Der Netzbetreiber PJM, der im Nordosten und Mittleren Westen aktiv ist, rechnet für die nächsten zehn Jahre mit einem Stromdefizit von 60 Gigawatt. Bereits im Dezember meldete das Unternehmen eine Unterdeckung von 6,5 Gigawatt.

Laut Butler seien große KI-Unternehmen völlig überrascht und hätten den Widerstand gegen ihre Rechenzentren unterschätzt. Die Energieversorger würden dabei oft als Sündenböcke für die hohen Kosten herhalten. Die FT zitierte Butler mit den Worten:

“Ich kann kein Weltklassesystem betreiben, ohne in das System zu investieren … Ich erhöhe meine Gebühren aufgrund des von Ihnen angestrebten Wirtschaftswachstums.

Das geht nicht, ohne eine Gebührenanpassung zu beantragen. Das ist weder wirtschaftlich noch rechnerisch sinnvoll und funktioniert einfach nicht.”

Ein möglicher Ausweg könnte darin bestehen, den Energieversorgern den Bau und Betrieb eigener Kraftwerke zu gestatten. Bislang blieb die entsprechende Lobbyarbeit jedoch erfolglos. Veränderungen seien kompliziert. Gesetzgeber handelten üblicherweise besonders effektiv in Krisenzeiten, so Butler, betonte jedoch, dass sie die aktuelle Lage derzeit nicht als Krise wahrnähmen.

Mehr zum Thema – Energieverbrauch: Erster US-Bundesstaat verbietet Bau von Rechenzentren

Schreibe einen Kommentar