Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX hat scharfe Kritik an den Plänen der Europäischen Union geübt, einen wesentlichen Teil bestimmter Satellitenfrequenzen ausschließlich für europäische Anbieter zu reservieren. Das Unternehmen befürchtet, dass dadurch Nutzer in Europa möglicherweise keinen direkten Zugang zu satellitengestützten Kommunikationsdiensten mehr erhalten. Dies berichtete die Financial Times unter Verweis auf eine offizielle Stellungnahme von SpaceX gegenüber Vertretern der EU-Kommission.
In dem genannten Schreiben warnte das Unternehmen vor den weitreichenden Konsequenzen der geplanten Regeländerung. Diese schaffe “ein erhebliches Risiko”, dass Bürger in der EU vom direkten Zugang zu satellitenbasierter Kommunikation ausgeschlossen werden könnten. Darüber hinaus, so SpaceX, bestehe die Gefahr, dass neue Maßnahmen europäischer Betreiber weltweit Funkstörungen verursachen, die auch für sicherheitskritische Anwendungen wie Notfalldienste, etwa in der Ukraine, fatale Folgen hätten.
SpaceX argumentiert weiterhin, dass der EU-Vorschlag das jeweilige Registrierungsland eines Betreibers über wirtschaftliche, technische und regulatorische Gegebenheiten stelle. Diese Herangehensweise sei praxisfern und gefährde die Funktionsfähigkeit internationaler Kommunikationsnetze.
Bereits im Mai hatte die EU-Kommission ihre Absicht bekundet, einen Teil des Frequenzspektrums im 2-GHz-Bereich für europäische Betreiber zu reservieren. Diese Entscheidung würde die verfügbaren Frequenzen für US-amerikanische Anbieter wie SpaceX deutlich einschränken. Damit entsteht ein weiterer Konfliktpunkt zwischen Brüssel und Washington im Wettstreit um die technologische Kontrolle.
Derzeit wird das sogenannte 2-GHz-Band, das für drahtlose Netzwerke genutzt wird, von zwei US-Unternehmen betrieben: Viasat und EchoStar. Deren Lizenzen laufen im Mai 2027 aus. Anschließend plant die EU eine Neuverteilung der Frequenzen – ein Schritt, der voraussichtlich großes Interesse bei zahlreichen Marktteilnehmern wecken wird.
Henna Virkkunen, die für den Technologiesektor zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, betonte bei der Vorstellung des Vorhabens, die EU wolle ihre eigenen Fähigkeiten im Bereich der Satellitenkommunikation stärken. Gleichzeitig bleibe der europäische Markt für internationale Anbieter offen, sofern diese auf andere Frequenzbereiche auswichen.
Das 2-GHz-Frequenzband gilt als entscheidend für moderne Mobilfunk- und Satellitendienste. Es ermöglicht unter anderem Technologien, die eine direkte Verbindung zwischen Smartphones und Satelliten herstellen – eine Entwicklung mit enormem Potenzial für globale Kommunikationsnetze.
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