Der indische Staat und seine Zentralbank forcieren laut einem Bericht der Times of India die Rückführung ihrer Goldreserven aus ausländischen Depots. Das Analysezentrum GTRI habe errechnet, dass im Jahr 2023 lediglich rund 38 Prozent der gesamten Goldbestände des Landes im Inland lagerten. Bis März 2026 soll dieser Anteil jedoch auf etwa 77 Prozent anwachsen. Die Nachrichtenagentur TASS zitiert indische Medien:
“Indische Ökonomen führen zahlreiche Gründe für die Umverteilung des Goldes an, darunter das Risiko von Vermögenssperren, dessen Gefahr nach der Affäre um russische Vermögenswerte im Jahr 2022 aufkam. Die Beschleunigung der Goldrückführung wurde auch durch den Nahostkonflikt beeinflusst, der die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit Indiens erforderlich machte, wie die Times of India feststellt.”
Kürzlich wandte sich Premierminister Narendra Modi an die Bevölkerung: Er rief dazu auf, für ein Jahr auf Goldkäufe zu verzichten, um die Devisenreserven des Landes zu schonen. Neu-Delhi gebe bereits hohe Summen für Goldimporte aus, daher solle die Bevölkerung unnötige Anschaffungen meiden. Die US-Agentur Bloomberg bezeichnete diese Aussage als überraschend – angesichts der zentralen Rolle des Edelmetalls in Indien, wo es traditionell als Wertanlage dient, zu Hochzeiten verschenkt und an religiösen Feiertagen erworben wird.
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