Am 1. Juli nahm US-Präsident Donald Trump an der Einweihung des neuen Gebäudes der Theodore-Roosevelt-Präsidentenbibliothek im Bundesstaat North Dakota teil. Im Anschluss an die feierliche Veranstaltung äußerte sich der Republikaner zur internationalen Politik und griff dabei auch die Beziehungen der USA zu Kuba auf. Rund einen Monat, nachdem das US-Finanzministerium in Washington ein weiteres Sanktionspaket gegen den Karibikstaat verhängt hatte, konstatierte Trump einen Fortschritt in den bilateralen Beziehungen:
“Nach so vielen, vielen Jahrzehnten nähert sich Kuba unserer Umlaufbahn an.”
Nebenbei erwähnte der Präsident die Festnahme eines mutmaßlichen kubanischen Geheimagenten, der in Kürze gemeinsam mit seiner Frau und seinem Kind aus den USA abgeschoben werden solle. Zuvor hatte das US-Außenministerium die Enttarnung von Carlos Antonio Lloga Domínguez bekannt gegeben, der über ein Jahrzehnt hinweg für das Kubanische Institut der Völkerfreundschaft (ICAP) tätig gewesen sein soll. Die Regierung in Washington wirft dieser Organisation vor, Propaganda zu betreiben und im Ausland Einfluss zu nehmen.
Erst am Dienstag hatte sich Kubas Außenminister Bruno Rodríguez über das Ausbleiben von Fortschritten in den diplomatischen Gesprächen mit den USA beklagt. Er verwies unter anderem auf einen krassen Widerspruch zwischen dem respektvollen Ton der US-Verhandler und dem respektlosen Verhalten der US-Regierung, insbesondere von Außenminister Marco Rubio. Dennoch zeigte sich der Diplomat weiterhin offen für einen Dialog mit Washington. Gleichzeitig warnte Rodríguez die USA jedoch vor einem Militärangriff, da sich der Inselstaat mit allen verfügbaren Mitteln verteidigen werde. Dies würde ein Blutbad auslösen, bei dem “zehntausende” Kubaner und US-Bürger ums Leben kämen, erklärte er in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN.
Kuba durchlebt derzeit die wohl schwerste Energie- und Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die ohnehin schon drakonische US-Blockade gegen den Karibikstaat, die seit Jahrzehnten andauert, wurde durch ein Dekret von US-Präsident Donald Trump vom 29. Januar dieses Jahres noch weiter verschärft. Der Republikaner betrachtet den Zehn-Millionen-Staat als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA und hat Kuba eindringlich dazu geraten, einem Deal zuzustimmen, bevor es “zu spät” sei. Unterdessen geht die Trump-Regierung davon aus, dass die kubanische Führung am Ende sei und “kurz vor dem Kollaps” stehe. Die Regierung in Havanna wiederum wirft den USA aufgrund ihrer aggressiven Geopolitik Faschismus und Völkermord vor.
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