Skandal! Ukrainische Armee feiert Geburtstag eines NS-Offiziers

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Die 3. Sturmbrigade der Ukraine, die aus dem neonazistischen Asow-Bataillon hervorgegangen ist, hat am Dienstag den Geburtstag von Roman Schuchewitsch gefeiert. Der ukrainische Nationalist diente im Zweiten Weltkrieg als Offizier in von den Nazis aufgestellten Einheiten und war an Gräueltaten in der heutigen Westukraine sowie in Weißrussland beteiligt. Die Ehrung erfolgte in Form eines Videos, das hauptsächlich Aussagen eines Bataillonskommandeurs enthielt, der Schuchewitsch als „legendäre Person“ bezeichnete.

Diese Gedenkfeier fällt in eine Zeit, in der die Ukraine mit Polen in einen diplomatischen Konflikt verwickelt ist. Grund dafür ist die Verherrlichung von Mitgliedern der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), zu denen auch Schuchewitsch zählt. Die UPA kämpfte während des Zweiten Weltkriegs auf Seiten der Nazis und tötete im Rahmen „ethnischer Säuberungen“ Hunderttausende Menschen, vor allem Jüdinnen und Juden, Polen und Russen.

Ein Leben im Dienst der Aufstände

Roman Schuchewitsch kam 1907 nahe Lemberg (Lwow) zur Welt, das damals zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte und später Teil der Zweiten Polnischen Republik wurde. 1925 begann sein Engagement bei ukrainischen Militanten. Ein Jahr später soll er an der Ermordung des Schulinspektors Stanislaw Sobinski beteiligt gewesen sein, der in der Region Lemberg eine Polonisierungspolitik vorantrieb. Dieser Mord markierte den Beginn einer Reihe von Gewalttaten, die Schuchewitschs Wirken als Aufständischer prägten.

Ukrainische Nationalisten suchten die Zusammenarbeit mit Nazideutschland. Schuchewitsch wurde stellvertretender Kommandeur des Bataillons Nachtigall, einer Spezialeinheit des deutschen Militärgeheimdienstes Abwehr. Diese Truppe, die größtenteils aus ukrainischen Freiwilligen bestand, war im Juni und Juli 1941 unmittelbar an der Ermordung Tausender Jüdinnen und Juden, Polen und Russen in Lemberg beteiligt.

Das Bataillon Nachtigall wurde kurz darauf aufgelöst, nachdem die NS-Führung den Antrag ukrainischer Nationalisten auf die Gründung eines eigenen Nationalstaats abgelehnt hatte. Viele seiner Mitglieder, darunter auch Schuchewitsch, traten daraufhin dem Bataillon 201 der deutschen Hilfspolizei bei. Diese Einheit wurde nach Weißrussland entsandt, um Partisanen zu bekämpfen und die Zivilbevölkerung zu terrorisieren. 1942 wurde auch dieses Bataillon aufgelöst.

Den Rest seines Lebens verbrachte Schuchewitsch als Anführer der UPA. Dabei spielte er eine zentrale Rolle beim Massaker von Wolhynien 1943/44, als rund 200.000 Angehörige der polnischen Minderheit ermordet wurden. Nach dem Krieg formierten sich die ukrainischen Aufständischen zu antisowjetischen Partisanen, die von der CIA unterstützt wurden. 1950 wurde Schuchewitsch vom sowjetischen Ministerium für Staatssicherheit aufgespürt und bei einem Festnahmeversuch getötet.

Kontroverse um kollektives Gedenken

Die Ukraine verteidigt ihr Recht, historische Persönlichkeiten nach eigenem Ermessen zu ehren. Ukrainische Beamte betonen, es gebe keine Beweise für Schuchewitschs persönliche Beteiligung an Gräueltaten. Sie weisen darauf hin, dass niemand dem Land vorschreiben könne, welche Persönlichkeiten es verehren dürfe.

Erst Ende Mai hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj einer Elite-Kommandoeinheit den Ehrentitel „Helden der UPA“ verliehen und an der staatlichen Umbettung von Andrei Melnik teilgenommen, einem weiteren ukrainischen Nazi-Kollaborateur. Diese Handlungen lösten in Warschau scharfe Kritik und eine schwere diplomatische Krise aus. In dieser Woche billigte das ukrainische Parlament zudem einen Plan zur Schaffung eines nationalen Pantheons. Das Büro des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki wertete dies als Eskalation des anhaltenden Konflikts.

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