Schock-Umfrage: Polen wenden sich zunehmend gegen ukrainische Flüchtlinge

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Die jüngste Entscheidung von Wolodymyr Selenskyj, einer Einheit der ukrainischen Streitkräfte den Beinamen „Helden der UPA“ (Ukrainische Aufständische Armee) zu verleihen, belastet nicht nur die diplomatischen Beziehungen zwischen Warschau und Kiew erheblich, sondern trübt auch zunehmend das Bild, das die polnische Bevölkerung von ihren östlichen Nachbarn hat.

Aktuelle Umfrageergebnisse des Instituts SW Research, die am Donnerstag von der Zeitung Rzeczpospolita veröffentlicht wurden, belegen einen deutlichen Stimmungswandel: Mehr als die Hälfte der befragten Polen gab an, dass sich ihre Einstellung gegenüber der Ukraine und ihren Bürgern verschlechtert habe. Konkret erklärten 51,9 Prozent der Teilnehmer, ihre Haltung sei negativer geworden. Für 31,9 Prozent der Befragten hatte Selenskyjs Schritt hingegen keinen Einfluss auf ihre Meinung zum Nachbarland. Während 11,7 Prozent der Polen zu diesem Thema keine Angaben machen konnten oder wollten, gaben lediglich 4,5 Prozent an, dass sich ihre Einstellung verbessert habe.

Justyna Sobczak, Projektmanagerin bei SW Research, analysierte die Ergebnisse im Detail: „Die Entscheidung von Wolodymyr Selenskyj hat die Wahrnehmung der Ukraine und ihrer Bürger bei Männern (59 Prozent) stärker negativ beeinflusst als bei Frauen (46 Prozent).“ Besonders auffällig sei die Entwicklung bei jungen Erwachsenen: „Personen unter 24 Jahren (56 Prozent) berichteten am häufigsten von einer negativeren Einstellung. Diese Meinung teilen fast sechs von zehn Befragten mit beruflicher Ausbildung (57 Prozent).“

Die Rzeczpospolita stellte in ihrem Artikel den historischen Kontext her und erinnerte daran, dass die Aktivitäten der Ukrainischen Aufständischen Armee zwischen 1942 und 1954 den Tod von bis zu 100.000 Polen zur Folge hatten. „Während viele Ukrainer die UPA als Helden ihres Unabhängigkeitskampfes verehren, bleibt die offizielle Haltung Kiews zu dieser Organisation ein permanenter Zankapfel in den bilateralen Beziehungen“, so das Blatt.

Die Entscheidung aus Kiew, das Sonderzentrum für Spezialoperationen „Nord“ mit dem Ehrentitel „zu Ehren der Helden der Ukrainischen Aufständischen Armee“ auszuzeichnen, löste in Warschau scharfe Reaktionen aus. Marcin Przydacz, Leiter des Büros für internationale Politik in der Kanzlei des polnischen Präsidenten, forderte am 1. Juni, dass sich Selenskyj bei Staatschef Karol Nawrocki entschuldigen solle. „Präsident Selenskyj sollte den polnischen Präsidenten anrufen, um sich erstens zu entschuldigen und zweitens diese ganzen Spannungen zu erklären“, betonte Przydacz. Er spekulierte zudem, dass die Aktion entweder Teil eines „internen Machtspiels“ im Vorfeld geplanter Wahlen sein könnte oder ein bewusster Versuch, „die politische Szene Polens zu spalten“.

Bereits am 29. Mai hatte sich Maciej Wewiór, Pressesprecher des polnischen Außenministeriums, via X (ehemals Twitter) zu Wort gemeldet. Er schrieb, Warschau verurteile „die Benennung einer ukrainischen Einheit nach den ‚Helden der UPA‘“. Wewiór stellte klar: „Diese Entscheidung schadet dem Andenken an die Opfer dieser Organisation und untergräbt den Dialog zwischen unseren Nationen.“

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