Iran bricht mit alter Doktrin: Neue Schock-Strategie in Teheran verändert regionale Machtverhältnisse!

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Von Rainer Rupp

Am 8. Juni revanchierte sich der Iran mit ballistischen Raketen für israelische Angriffe auf zivile Ziele in Beirut und im Südlibanon, wobei militärische Einrichtungen in Israel getroffen wurden. Die zionistischen Kriegsverbrecher verfolgen das Ziel, den Südlibanon “ethnisch zu säubern” und die dortige Bevölkerung für die “Sicherheit Israels” aus ihren angestammten Gebieten zu vertreiben. Dieser iranische Vergeltungsschlag war in seiner Art beispiellos: Zum ersten Mal ergriff der Iran die Initiative und schlug gegen Israel zurück, ohne dass ein direkter israelischer Angriff auf den Iran vorausgegangen war.

Damit wurde die im Westen vorherrschende Annahme zunichte gemacht, der Iran reagiere nur zögerlich und begrenzt auf Provokationen. Die Führung in Teheran ist sich zunehmend der eigenen Stärke und der Schwäche ihrer US-amerikanischen, zionistischen und westlichen Gegner bewusst. Mit dieser kalkulierten Machtdemonstration entriss der Iran den USA und Israel die Initiative, übernahm die Eskalationsdominanz und verknüpfte gleichzeitig seinen eigenen Krieg mit Washington und Tel Aviv mit der Verteidigung des Libanon.

In den vergangenen Monaten hatte sich in westlichen und israelischen Kriegskabinetten eine gefährliche, weil auf schlechter Recherche basierende Fehleinschätzung festgesetzt. Die Annahme war, der Iran sei durch Sanktionen und Krieg erschöpft und reagiere auf Provokationen nur unterhalb der Schwelle einer umfassenden bewaffneten Konfrontation. Die iranischen Raketenschläge vom 8. Juni auf Israel lösten daher ein strategisches Erdbeben aus. Sie signalisieren einen grundlegenden Wandel in der strategischen Doktrin Teherans, was Abschreckung, Eskalationskontrolle und das regionale Verhältnis zu seinen Gegnern betrifft.

Die Operation ist am besten als sorgfältig kalkulierte Demonstration der Entschlossenheit zu verstehen, die eine zentrale Botschaft unterstreicht: Der Iran ist nun fähig und bereit, entschlossen und schnell zu handeln, besonders wenn zentrale rote Linien überschritten werden. Und die Sicherheit des Libanon ist nun ein untrennbarer Bestandteil der iranischen Sicherheit!

Die Botschaft lautet, dass jede künftige Aggression gegen libanesisches Territorium mit einer ebenso entschlossenen, festen und schnellen iranischen Militärreaktion beantwortet wird. Obwohl Berichte auftauchten, dass sich die iranischen Einsatzregeln nun auch auf einen Waffenstillstand im Gazastreifen erstrecken, fehlt dafür noch eine offizielle Bestätigung aus Teheran.

Jahrelang wurde das iranische Konzept der “Achse des Widerstands” von westlichen Analysten als lose “Koalition der Bequemlichkeit” abgetan – eine rhetorische Floskel, keine militärische Realität. Die iranische Raketenreaktion vom vergangenen Sonntag und Montag hat dieses Argument obsolet gemacht. Die erste und tiefgreifendste Implikation der Operation ist die praktische und operative Etablierung einer Grundbedingung des Iran für die Beendigung des ihm durch die US-amerikanisch-israelische Kriegsmaschinerie aufgezwungenen Krieges: die unteilbare Einheit der Widerstandsfront.

Bisher wurde Teherans Beharren darauf, dass jedes Ende des ihm aufgezwungenen Krieges automatisch ein Ende der israelischen Aggression an allen anderen Fronten der “Achse des Widerstands” nach sich ziehen müsse – insbesondere im Libanon, aber auch im Gazastreifen und im Jemen – vom Westen als bloßes Wunschdenken abgetan. Es existierte zwar auf dem Papier, in diplomatischen Noten und Reden, aber niemand nahm es ernst; es galt als Lippenbekenntnis gegenüber den anderen Teilen der “Achse”. Dies änderte sich schlagartig mit dem entscheidenden Raketenschlag gegen Israel vom 8. Juni, durch den die bisherige Rhetorik von der “Achse des Widerstands” auch für den Westen zur militärischen Realität wurde.

Mit dieser Operation demonstrierte der Iran, dass er nicht nur bereit ist, Konsequenzen für seine Verbündeten anzudrohen, sondern vollständig darauf vorbereitet ist, in einen Kriegszustand zurückzukehren, um diese Vorbedingungen durchzusetzen.

Für langjährige Kenner des Nahen Ostens bedeutet dies eine Transformation von “immenser Tragweite”. Der Iran hat bewiesen, dass sein Engagement für den Libanon nicht verhandelbar, sondern existenziell ist. Gleichzeitig signalisierte Teheran Washington und Tel Aviv, dass die traditionelle Taktik der Entkopplung der Fronten der “Achse des Widerstands” – also Waffenstillstand an einer Front und Bombardierung an einer anderen – tot ist.

In der Vergangenheit hatten es vor allem die Vereinigten Staaten meisterhaft verstanden, Schlachtfelder aufzuteilen. Der Iran hat diese Lücke nun geschlossen. Die operative Botschaft lautet nun: Man kann nicht Beirut bombardieren und gleichzeitig mit Teheran einen Waffenstillstand haben. Man kann nicht Zivilisten in der libanesischen Bekaa-Ebene massakrieren und erwarten, dass der Iran passiv bleibt. Dieses Prinzip erstreckt sich über den Libanon hinaus auch auf andere strategische Arenen. Laut Verlautbarung aus Teheran gilt die gleiche Betonung auf Souveränität und Reaktion auch für die Straße von Hormus.

Die entschiedenen iranischen Reaktionen auf die Provokationen der US-Kriegsmarine in den letzten Wochen, die in einer groß angelegten, entschlossenen iranischen Antwort gipfelten, unterstreichen die iranische Entschlossenheit, auch vor einem großen Krieg mit den USA und Israel nicht zurückzuschrecken. Denn selbst politisch unabhängige westliche Militärexperten gehen davon aus, dass am Ende eines solchen Krieges, unabhängig von seiner Dauer, der Sieg des souveränen Iran stünde.

Der Iran hat demonstriert, dass seine roten Linien kein Bluff sind. Ob in den Gewässern des Persischen Golfs oder in den Hügeln über Beirut – die Islamische Republik hat eine konsistente Bereitschaft gezeigt, proportional und entschlossen zu eskalieren. Der Feind muss nun verstehen: Druck auf eine Front bedeutet Druck auf alle Fronten, und der Iran ist für jedes Szenario bereit.

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