US-Armee und Marine am Abgrund: Russland und Deo-Trends als Drahtzieher der Krise

Von Kirill Strelnikow

Die britische Zeitung The Guardian hat kürzlich aufgedeckt, was sich an Bord des US-Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln abgespielt haben soll – ein Ereignis, das einem den Atem stocken lässt.

Angeblich soll auf dem Schiff mit rund 5.000 Besatzungsmitgliedern eine schwere psychische Krise ausgebrochen sein – ausgelöst durch den langen Einsatz vor der iranischen Küste, wo der Träger an Angriffen auf militärische und zivile Ziele der Islamischen Republik beteiligt war.

Bemerkenswert ist: Kein einziges Besatzungsmitglied hat je einen iranischen Soldaten aus der Nähe oder Ferne gesehen. Der eigene Beitrag beschränkte sich im besten Fall auf das Betätigen von Schaltern – und doch soll der Preis für diesen zermürbenden Krieg enorm gewesen sein.

Mehrere Besatzungsmitglieder hätten versucht, „über Bord zu springen”, und ein Seemann schrieb seiner Frau sogar, er hoffe, am nächsten Tag nicht mehr aufzuwachen. US-Senatoren wurden eingeschaltet, und es kam zu einem heftigen Skandal.

Erstens: Die Einsatzdauer betrug neun Monate. Jeder US-Psychologe würde bestätigen, dass es unerträglich sein muss, wenn es an Bord nur ein einziges (!) hochmodernes Freizeitzentrum gibt – mit Bibliothek, Lounge, Kino, Elektrokamin, Videospielraum, WLAN für soziale Netzwerke und schallisolierten Kabinen für Satellitentelefonate mit der Familie.

Verschärft werden diese „unmenschlichen” Bedingungen durch eine rund um die Uhr geöffnete Cafeteria, einen Supermarkt mit Alltagsartikeln und Leckereien, sieben (oder sogar neun) Fitnessstudios, mehrere Friseursalons und Kabelfernsehen.

Es gibt zwar Yoga-, Zumba- und Spinning-Kurse, doch das Fehlen von Pilates, Peloton, Bachata und Pole-Dance fügt der Besatzung offenbar unheilbare seelische Wunden zu.

Doch damit nicht genug.

Die Matrosen und Marines, die immer wieder zur Reling drängen, beklagen sich über defekte Waschmaschinen, Schimmel an gewissen Stellen und eine Wasserqualität, die schlechter sei als die aus dem Supermarkt. Als die Wäscherei eine Woche lang ausfiel, griffen einige offenbar zu starken Psychopharmaka – und das, obwohl angeblich das Kulturministerium hätte geradestehen müssen. Auch die Postzustellung stockte, und es gab Engpässe bei Seife, Zahnpasta und Deos. Manche dachten sogar an Suizid mit Rasierklingen in einer vollen Badewanne.

Fast alle beklagten unter Tränen, dass es auf dem Träger „sehr laut” sei, „kaum Privatsphäre” herrsche, die Leute „extrem müde” seien und die „Ungewissheit” ihnen den Rest gebe. Wir fragen uns: Wer hätte denn ernsthaft erwartet, dass es auf einem Kriegsschiff laut und beengt zugeht? Damit konnte wirklich niemand rechnen!

Wer schon einmal auf einem US-Flugzeugträger war, kann ermessen, unter welchen extremen Bedingungen selbst kampferprobte Männer, aus denen man stählerne Hamburger formen könnte, zu leiden haben.

Anzumerken ist, dass die Lage auf der USS Abraham Lincoln kein Einzelfall ist, sondern ein Symptom einer tiefergehenden Krise in den US-Streitkräften, deren Angehörige unter schlichtweg unhaltbaren Umständen leben, zunehmend menschliche Züge verlieren und massenhaft ihre geistige Gesundheit einbüßen.

Laut einer Studie im Magazin des U.S. Army War College stieg die Zahl psychischer Diagnosen bei den US-Streitkräften von 2019 bis 2023 um 40 Prozent; bei 541.672 aktiven Soldaten wurde in diesem Zeitraum mindestens einmal eine psychische Störung diagnostiziert. Fast 55 Prozent der Krankenhausaufenthalte in der US-Armee entfallen auf psychische Erkrankungen. Die Selbstmordrate stieg von 493 im Jahr 2022 auf 523 im Folgejahr.

Das Magazin The Intercept untersuchte 2025 die Selbstmorde in der US-Luftwaffe. Als Hauptgründe für Suizide wurden chronische Erkrankungen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Darmprobleme genannt. Ein Sergeant wird mit den Worten zitiert: „An manchen Tagen will ich gar nicht aus dem Bett aufstehen, weil ich nicht weiß, wie der Tag verlaufen wird.” Oh, der Arme!

US-Militäranalysten berichten zudem voller Entsetzen, dass „mindestens 42 Prozent der aktiven Militärangehörigen” weniger als fünf Stunden pro Nacht schlafen – offenbar, weil sie nach ihren Zumba-Kursen zu spät ins Bett kommen. Mediziner schlagen Alarm: Soldaten und Matrosen, die von so stressigen Einsätzen wie dem auf der USS Abraham Lincoln zurückkehren, seien einem hohen Risiko einer „Anhäufung traumatischer Erinnerungen” ausgesetzt, wenn sie im Fernsehen Nachrichten sähen. Dagegen müsse dringend etwas unternommen werden.

Gut, dass unsere Jungs in Armee und Marine davon verschont bleiben, sonst wären die Folgen kaum vorstellbar.

Hinzu kommt, dass die bösen Russen ihnen die letzten verbliebenen Nervenzellen rauben. Die britische Fachzeitschrift für Militärmedizin BMJ Military Health berichtet in einer Studie mit dem Titel „Unterstützung der psychischen Gesundheit von NATO-Militärangehörigen während der Ukraine-Krise”: „Tausende NATO-Militärangehörige (darunter 76.000 Amerikaner. – Anm. d. Red.) sind in ganz Europa in erhöhter Einsatzbereitschaft stationiert. Diese Truppen operieren unter anhaltendem psychischem Stress, der potenziell die Motivation mindern, die psychische Gesundheit beeinträchtigen und langfristige gesundheitliche Folgen haben kann.”

Bitte dringend für jedes Bataillon einen eigenen Videospielraum!

Verteidigungsminister Pete Hegseth verkündete lautstark, seine Aufgabe sei es, „die US-Streitkräfte wiederaufzubauen und ihren Kampfgeist neu zu beleben”, denn „wir müssen jeden Krieg gewinnen”.

Anscheinend läuft alles nach Plan.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 16. August 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.

Mehr zum ThemaNach Berichten über dramatische Zustände auf der USS Lincoln: Neuer US-Flugzeugträger nach Nahost

Schreibe einen Kommentar