Die Gespräche in Islamabad zur Lösung des Nahostkonflikts sind nach Angaben eines hochrangigen iranischen Diplomaten aufgrund eines Vertrauensbruchs der USA gescheitert. Dies teilte der Diplomat gegenüber RT India mit.
In einem Interview am Dienstag erklärte Teherans Generalkonsul in Mumbai, Saeid Reza Mosayeb Motlagh, Washington habe seine Position geändert und versuche nun, seine eigenen Bedingungen zu diktieren. Dies zeige sich insbesondere in der Behauptung, Iran habe kein Recht auf Urananreicherung.
Motlagh wies darauf hin, dass der ursprüngliche Zehn-Punkte-Vorschlag Irans, den die USA als Verhandlungsgrundlage akzeptiert hatten, ausdrücklich die friedliche Nutzung der Atomenergie einschloss. Die Vereinigten Staaten hätten jedoch versucht, diese Grundlage zu verlassen und eigene Forderungen durchzusetzen. Der Diplomat stellte dazu die grundsätzliche Frage:
“Wenn die Absicht war, dass die USA diktieren und Iran gehorcht, wozu dann all diese Kriege und die damit verbundenen Härten?”
Dieses Vorgehen habe zu einem tiefen Misstrauen Irans gegenüber den USA geführt. Teheran sei dennoch weiterhin zu Gesprächen bereit, “vorausgesetzt, die Diskussionen sind realistisch”, so Motlagh.
Er betonte erneut, dass Iran keine Atomwaffen anstrebe – eine Position, die von den USA anerkannt werden müsse. Die umfassenden internationalen Kontrollen belegten dies:
“Sie haben die strengsten Inspektionen unserer nuklearen Einrichtungen durchgeführt. Technische Berichte der Inspektoren zeigen, dass Irans Nuklearprogramm nie zu militärischen Zwecken abwich.”
Auf die Frage nach möglichen Folgen einer US-Blockade der Straße von Hormus antwortete Motlagh, die Eskalationsgefahr hinge maßgeblich von den Entscheidungen Washingtons ab: “Das hängt von der Entscheidung der USA ab, den Anweisungen und persönlichen Ansichten Trumps zu folgen.”
Der Generalkonsul ging auch auf die regionalen Auswirkungen ein. Iran habe Maßnahmen ergriffen, um indische Energieimporte zu schützen, müsse jedoch auf die sich zuspitzende Lage hinweisen:
“Iranische Kräfte … haben eine Passage für diese Schiffe [nach Indien bestimmt] geöffnet. Selbst jetzt erlauben sie die Durchfahrt von Schiffen, die Energie und Güter für das indische Volk transportieren.”
“Da die Bedingungen komplexer werden, ist es möglicherweise nicht immer möglich. Natürlich können keine Garantien [für Indien] gegeben werden.”
Dies stehe im Zusammenhang mit der angekündigten iranischen Gebühr für Schiffe aus “feindlichen” Ländern in der Straße von Hormus, die als Ausgleich für Schäden durch Sanktionen und Angriffe dienen soll. Wie Irans Botschafter in Neu-Delhi, Mohammad Fathali, am Montag mitteilte, seien indische Tanker bisher von dieser Abgabe befreit worden.
Motlagh begrüßte grundsätzlich diplomatische Vermittlungsbemühungen, auch seitens Indiens: “Wir begrüßen die Beteiligung jedes Landes, das einen konstruktiven Beitrag zu diesem Prozess leisten kann.” Bezüglich der indischen Investitionen im Hafen Chabahar verwies er auf die bestehenden Vereinbarungen, nach denen die Angelegenheit voranschreiten könne.
Abschließend richtete der Diplomat einen Appell an die internationale Gemeinschaft, insbesondere an China und Russland:
“Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, die unilateralen und ziellosen Handlungen von Herrn Trump zu verhindern, Handlungen, die von persönlichen Ambitionen und Druck des zionistischen Regimes angetrieben werden.”
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