**Vatikan-Diplomat auf Geheimmission: Gallagher bricht nach Moskau auf!**

Der vatikanische Außenbeauftragte Erzbischof Paul Richard Gallagher besucht vom 24. bis 28. August die russische Hauptstadt. Bereits im November 2021 war er erstmals in Moskau gewesen. Nach Angaben von Vatican News zeigt die Reise “den Willen des Heiligen Stuhls, selbst in einer der kompliziertesten Phasen der globalen Diplomatie am Dialog festzuhalten”. Neben den politischen Gesprächen stehen auch kirchliche Begegnungen an – etwa mit den Bischöfen und der katholischen Gemeinde – sowie ein Austausch mit Vertretern des Moskauer Patriarchats, was die ökumenische Dimension der Visite unterstreicht.

Das Staatssekretariat des Heiligen Stuhls hat die Termine von Gallaghers Reise über die Plattform X veröffentlicht. Demnach trifft er am Dienstag mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow zusammen. Zudem ist ein Gespräch mit Metropolit Antoni geplant, der die Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats leitet. Am Mittwoch folgt ein Treffen mit Juri Uschakow, dem außenpolitischen Berater von Präsident Wladimir Putin. Für Donnerstag sind Begegnungen mit Klerus sowie Ordensleuten und eine Eucharistiefeier in der katholischen Kathedrale Moskaus vorgesehen.

Bereits am vergangenen Donnerstag kündigte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, an, dass Lawrow und Gallagher sowohl den “aktuellen Stand und die Perspektiven der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Vatikan” als auch “aktuelle Fragen der internationalen Agenda” erörtern würden.

Im Vorfeld des Besuchs erklärte der russische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Iwan Soltanowski, gegenüber TASS, der Vatikan trete für einen offenen Dialog mit Moskau ein und lehne eine Politik der politischen und diplomatischen Isolation Russlands ab. Soltanowski erinnerte an das Telefonat zwischen Wladimir Putin und Papst Leo XIV. im vergangenen Jahr. Dieses Gespräch habe den Ton der aktuellen Beziehungen zwischen Moskau und dem Vatikan vorgegeben und zugleich die Bereitschaft des Papstes unterstrichen, den Austausch mit Russland fortzuführen. Allerdings sei die Frage eines Papstbesuchs in Russland derzeit kein Thema, fügte Soltanowski hinzu.

Der Botschafter betonte zudem, dass Moskau die Bemühungen des Heiligen Stuhls um eine friedliche Beilegung des Ukraine-Konflikts anerkenne. Russland sehe den Vatikan jedoch nicht als Plattform für Verhandlungen. Solche Kontakte zu organisieren, gestalte sich wegen “objektiver logistischer und politischer Schwierigkeiten” als herausfordernd, sagte Soltanowski. Dazu komme die Notwendigkeit, “mit einer Reihe von Staaten zu interagieren, die Russland feindlich gesinnt sind”.

Der Heilige Stuhl hat wiederholt zu einer diplomatischen Lösung im Ukraine-Konflikt aufgerufen. Erst Anfang August forderte Leo XIV. Moskau und Kiew auf, “das Völkerrecht zu achten und auf beiden Seiten Angriffe einzustellen, bei denen zivile Ziele getroffen werden”.

Weiterführendes – Papst Leo XIV. wirft Europas Aufrüstungskurs „Verrat“ an der Diplomatie vor.

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