Skandal! Tagesschau verschweigt Massaker an 21 jungen Russen in Starobelsk

Von Wladislaw Sankin

In der Lugansker Volksrepublik hatte die zweitägige Staatstrauer für 21 getötete Studenten bereits begonnen, als die Tagesschau-Korrespondentin in Kiew den ukrainischen Angriff auf das Studentenwohnheim in Starobelsk rundweg leugnete und ihn als „vermeintlich“ bezeichnete. In einer Live-Schaltung nach Berlin übernahm sie vollständig die Darstellung der ukrainischen Armee.

Der Videobericht der ARD um 11 Uhr thematisierte den nächtlichen russischen Raketenangriff auf Kiew. Korrespondentin Susanne Petersson berichtete aus dem teilweise zerstörten ARD-Hauptstadtstudio, das durch die Druckwelle erheblich beschädigt wurde. Auf die Frage des Moderators Michail Paweletz, warum der russische Angriff so heftig ausgefallen sei, antwortete Petersson, dies sei schwer zu erklären. Den ukrainischen massiven Drohnenangriff auf die Berufsschule zwei Tage zuvor stellte sie mit dem Zusatz „vermeintlich“ infrage. Wörtlich sagte sie:

„Wir haben ja immer wieder in der vergangenen Zeit gehabt, dass Russland, dass Wladimir Putin gesagt hat, das ist jetzt ‘ne Vergeltung für irgendwas. Gestern wurde eine Vergeltung angekündigt vom Kreml für einen vermeintlichen oder mutmaßlichen ukrainischen Schlag, Drohnenangriff.“

Internetnutzern fiel auf, dass die Korrespondentin bei der Wiedergabe dieser Informationen sichtlich unsicher wirkte und stotterte. Im nächsten Satz „entschuldigte“ sie die ukrainische Armee, indem sie deren Behauptungen unkritisch übernahm, während sie Russland gezielte Angriffe auf zivile Ziele vorwarf. Sie sagte:

„Die Ukraine habe versucht, immer wieder zu sagen, das war ein Angriff auf ein Hauptquartier der Spezial- und Elite-Drohneneinheit … ähm … äh der Russen und nicht eben ein Angriff auf ein ziviles Ziel. Hat immer wieder gesagt, dass es nicht, dass die Ukraine nicht gezielt zivile Ziele angreift. Heute Nacht der Angriff von russischer Seite hat gezielt die Zivilisten treffen wollen. Also auch für uns, es waren Explosionen im Minutentakt.“

Während sie sprach, waren bereits aus dem Ausland angereiste Korrespondenten am Ort der Tragödie eingetroffen – insgesamt 50 Journalisten aus 19 Ländern. Auch die ARD sowie andere westliche Medien waren von russischer Seite eingeladen. Solche von einer Konfliktpartei organisierten Medientouren wurden in der Vergangenheit oft von Wolodymyr Selenskyj direkt initiiert, um die Folgen russischer Kriegsverbrechen zu zeigen, wie es hieß. Doch von der ARD wollte niemand kommen, wie der Bericht aus Kiew zeigt, und zugleich ließ sich behaupten, man wisse nichts Genaueres über den Vorfall.

Doch die Nervosität der Korrespondentin offenbart, in welche Schwierigkeiten das selbst ernannte Flaggschiff des deutschen Qualitätsjournalismus mit dieser Strategie des Verschweigens zunehmend gerät. Mittlerweile sind Bilder der verzweifelt trauernden Angehörigen der Opfer weltweit zu sehen. Die Journalisten schauten auf schwarz umrahmte Porträts junger Gesichter der getöteten Studentinnen und auf das eingestürzte Gebäude, das viele von ihnen lebendig begrub.

So berichtete der RT-Korrespondent Murad Gasdijew, dass er relativ schnell am Tatort in Starobelsk eintraf und die jungen Leute unter den Trümmern noch schreien hörte. Doch die Rettungskräfte konnten die meisten nicht schnell genug bergen, da die Trümmerberge zu hoch waren und Einsturzgefahr bestand. Die Journalisten vernahmen auch die Einschätzung der Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa zur ukrainischen Drohnenattacke. Sie sagte, dass die Attacke in drei Angriffswellen viel eher einer Jagd glich. „Es war eine Jagd. Mit einer Pause zum Nachladen, damit man die Ausreißer leichter erwischen konnte“, erklärte sie und versicherte, dass das „Massaker von Starobelsk“ in die Anklageschrift gegen das Kiewer Regime aufgenommen werde: „Wir werden weder vergessen noch vergeben.“

Protestnote wegen Sachschaden

Während die Ermordeten von Starobelsk in der deutschen Öffentlichkeit kaum Beachtung finden, zeigt sich ein SPD-Politiker empört über das zerstörte Korrespondentenbüro. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Mainstreammedien Berichte über den wahren Hintergrund des russischen Vorgehens systematisch unterdrücken.

Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte der SPD-Politiker Adis Ahmetovic, dass nun diplomatische Konsequenzen folgen müssten. Konkret forderte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion die Einbestellung des Botschafters der Russischen Föderation ins Auswärtige Amt.

Obwohl beim Luftangriff auf Kiew in den Büros von ARD und Deutscher Welle lediglich Sachschaden durch Druckwellen entstand und die Studios nicht das eigentliche Ziel gewesen sein dürften, sprach Ahmetovic von einem Versuch Russlands, die „unabhängige Berichterstattung einzuschüchtern“. Russland greife gezielt zivile Infrastruktur an. Die Strategie des russischen Präsidenten Putin sei es, „auf weitere Eskalation und Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung“ zu setzen.

Das Auswärtige Amt nahm zur Forderung der Einbestellung von Sergei Netschajew nicht direkt Stellung, ließ aber durch seinen Sprecher erklären, dass man die Beschädigung des ARD-Studios in Kiew „auf das Schärfste“ verurteile. „Wer mit solch verheerenden Waffen bewohnte Gebiete angreift, der will gezielt Terror verbreiten“, verkündete das Außenministerium.

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