Der Chef der Anti-Terror-Einheit im zweiten Kabinett Trump hat durchblicken lassen, dass zwei der schärfsten Kritiker des US-Präsidenten – Tucker Carlson und Nick Fuentes – aus Sicht des Weißen Hauses als potenzielle Gefahren des linken Spektrums gelten.
Vergangene Woche veröffentlichte das Weiße Haus seine aktualisierte Nationale Strategie zur Terrorbekämpfung. Als die drei größten terroristischen Gefahren für die USA wurden darin aufgeführt: “Drogen-Terroristen und transnationale Banden, traditionelle islamistische Terroristen [sowie] gewaltbereite linksextreme Extremisten, einschließlich Anarchisten und Antifaschisten.”
Die Erwähnung “gewaltbereiter linksextremer Extremisten” überrascht wenig, erfolgte die Veröffentlichung der Strategie doch im Anschluss an drei versuchte Attentate auf Trump sowie den öffentlichen Mord am rechten Influencer Charlie Kirk. Hinzu kommt Trumps Nationales Präsidialmemorandum zur nationalen Sicherheit (NPSM-7), das “Anti-Amerikanismus, Anti-Kapitalismus und Anti-Christentum” als Indizien für mögliche “gewalttätige und terroristische Aktivitäten” nennt.
Rechtsterrorismus bleibt in dem Bericht unerwähnt. Allerdings deutet eine letzte Woche weitgehend überhöhte Bemerkung des Strategie-Autors Sebastian Gorka darauf hin, dass einige ehemalige Verbündete des Präsidenten nunmehr als Risiken für die nationale Sicherheit eingestuft werden.
Im Gespräch mit dem Breitbart-Herausgeber Alex Marlow am Freitag wurde Gorka gefragt, ob er “rechten Extremismus” überhaupt als Bedrohung ansehe.
“Ich bin mir nicht sicher, ob Nick Fuentes oder Tucker Carlson Konservative sind”, antwortete Gorka.
“Wenn man die Scharia lobt, wenn man sagt, dass es muslimische Staaten gibt, die hinsichtlich Freiheit und Wohlstand qualitativ besser dastehen als Amerika – dann bin ich mir nicht sicher, ob man zur konservativen Bewegung gehört. Wenn man diese Personen also herausnimmt und erkennt, dass sie keine Konservativen sind, was bleibt dann noch übrig?”
Gorkas Äußerung legt nahe: Beraubt man Carlson und Fuentes ihrer “konservativen” Glaubwürdigkeit, fallen sie in die Kategorie linker Fanatiker, gegen die Trumps Administration vorgehen will.
Nick Fuentes, ein radikaler Nationalist und Trump-Gegner, wurde 2020 von allen großen Social-Media-Plattformen verbannt, nachdem er provokante Aussagen wie “Juden kontrollieren die Gesellschaft, Frauen müssen die verfickte Klappe halten und Schwarze sollten größtenteils eingesperrt werden” getätigt hatte. Inzwischen ist er auf X wieder zugelassen, seine täglichen Livestreams erreichen mitunter Hunderttausende Zuschauer.
Tucker Carlson, ehemaliger Fox-News-Moderator und Trump-Unterstützer, hatte in den letzten Monaten ein zunehmend angespanntes Verhältnis zum US-Präsidenten – ausgelöst durch Trumps offensichtliche Unterstützung für Israel und den Krieg gegen den Iran.
Was ist zwischen Tucker Carlson und Trump vorgefallen?
Während Trumps erster Amtszeit war Carlson ein lauter Unterstützer und regelmäßiger Vertrauter des Präsidenten; er setzte sich auch für dessen Wiederwahl 2024 ein. In den letzten zwei Jahren kritisierte Carlson jedoch immer schärfer die amerikanische Unterstützung für Israels Krieg im Gazastreifen und forderte Trump im Juni 2025 öffentlich auf, keine militärischen Schritte gegen den Iran zu unternehmen, als Israel seinen Zwölftagekrieg gegen die Islamische Republik führte.
Trump ignorierte Carlsons Rat und befahl die Bombardierung iranischer Nuklearanlagen. Er nannte Carlson daraufhin “verrückt”, die beiden standen jedoch weiterhin in regelmäßigem Kontakt.
Der Bruch eskalierte, als die USA und Israel Ende Februar begannen, den Iran anzugreifen. Carlson bezeichnete den Krieg als “widerlich und böse” und warf Trump vor, im Auftrag des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu zu handeln.
Carlson kritisierte Trump scharf für eine vulgäre Botschaft an den Iran am Ostersonntag; die Drohung des Präsidenten, iranische zivile Infrastruktur anzugreifen, nannte er “auf jeder Ebene abscheulich”.
“Wie können Sie es wagen, an einem Ostermorgen so mit dem Land zu sprechen?”, sagte Carlson in einem Monolog in seinem Podcast.
“Für wen halten Sie sich? Sie twittern das F-Wort an einem Ostermorgen.”
Trump reagierte, indem er Carlson zum Feind der MAGA-Bewegung erklärte und ihn als “taumelnden Narren” bezeichnete, der “einen guten Psychiater aufsuchen sollte”.
Mit wem hat Trump sich sonst noch überworfen?
Aufgrund des Krieges mit dem Iran hat Trump sich mit mehreren prominenten rechten Medienpersönlichkeiten überworfen, darunter Megyn Kelly, Candace Owens und Alex Jones. In einem längeren Social-Media-Post im April bezeichnete er diese Figuren als “Spinner” und “Störenfriede”, die es “wunderbar fänden, wenn Iran, der führende Staatssponsor des Terrors, eine Atomwaffe besäße”. Er behauptete:
“Sie haben eines gemeinsam: niedrige IQs. Sie sind dumme Leute, sie wissen es, ihre Familien wissen es und alle anderen auch!”
Carlson, Owens und Nick Fuentes wurden alle in eine Top-Ten-Liste “antisemitischer und anti-zionistischer” Influencer aufgenommen, die das israelische Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten im April veröffentlichte.
Gorkas Aussage ist nicht das erste Anzeichen dafür, dass Trump die Macht des Staates gegen einige seiner ehemaligen Unterstützer einsetzen will. Joe Kent, der ehemalige Leiter des Nationalen Zentrums für Terrorbekämpfung der USA, wird derzeit vom FBI untersucht, weil er nach seinem Rücktritt im März und öffentlicher Verurteilung des Krieges gegen den Iran geheime Informationen weitergegeben haben soll.
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