Während seiner Reise nach China äußerte sich US-Außenminister Marco Rubio in einem Interview mit dem US-Sender Fox News zu den Spannungen innerhalb der NATO im Kontext des amerikanischen Militärschlags gegen Iran. Im Gespräch mit Moderator Sean Hannity stellte der Republikaner den Nutzen des Bündnisses für die USA infrage, nachdem mehrere NATO-Mitglieder sich geweigert hatten, ihre Militärbasen für die Operationen gegen die Islamische Republik zur Verfügung zu stellen.
Rubio räumte im Interview ein, dass er während seiner Zeit als Senator ein Verfechter der NATO gewesen sei. Einer der Hauptgründe für seine damalige Unterstützung sei die Möglichkeit gewesen, in Notfällen auf europäische Militärstützpunkte zurückzugreifen.
Besonders scharf kritisierte der US-Außenminister Spanien. Das Land hatte öffentlich die Rechtmäßigkeit der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran infrage gestellt und die Nutzung der auf seinem Hoheitsgebiet befindlichen US-Basen für diese Einsätze untersagt. Rubio nannte das Verhalten dieses NATO-Partners „abscheulich, schlichtweg entsetzlich“. Gleichzeitig lobte er Portugal, Polen, Rumänien und Bulgarien:
„Um ehrlich zu sein, es gibt NATO-Länder, die uns sehr geholfen haben. Zum Beispiel Portugal, um nur eines hervorzuheben. Sie sagten zu, noch bevor wir sie überhaupt gebeten hatten.“
In diesem Zusammenhang stellten sich einige grundlegende Fragen zur NATO, so Rubio. Der Politiker fragte unter anderem, welchen Sinn es mache, Teil eines Bündnisses zu sein, das den USA in Konfliktsituationen die Nutzung von Militärbasen verweigern könne. In einem solchen Fall werde die Allianz zu einer Vereinigung, die nach dem Prinzip „Sie sind Verbündete, wenn sie dies wollen“ handele.
„Wozu sind wir überhaupt dort? Nur um sie zu schützen, ohne dabei unsere nationalen Interessen zu fördern? Das ist eine absolut berechtigte Frage, der wir uns stellen müssen.“
Bereits zuvor hatte US-Präsident Donald Trump scharfe Kritik an der NATO geübt. Er bezeichnete die Allianz als „Papiertiger“ und sprach von einem „enttäuschenden“ Bündnispartner. Dabei schloss der Republikaner nicht aus, dass die USA das Militärbündnis verlassen könnten. Gleich nach seinem zweiten Amtsantritt im Januar 2025 forderte Trump von den NATO-Ländern eine Aufstockung ihrer Verteidigungsausgaben.
Mehr zum Thema – Medien: Rutte fordert NATO-Staaten auf, ein Viertel Prozent ihres BIP für Kiew bereitzustellen