Israels Sicherheitskreise schlagen Alarm: Die technologische Aufrüstung der Hisbollah im Libanon bereitet Analysten und Sicherheitsbeamten zunehmend Sorge. Besonders die Einführung von Glasfaserdrohnen stellt eine neuartige Bedrohung dar, da diese keinerlei Funksignale aussenden und daher äußerst schwer aufzuspüren und zu neutralisieren sind. Hinzu kommt, dass diese unbemannten Fluggeräte nicht nur preiswert herzustellen sind, sondern aufgrund ihres geringen Metallanteils auch von Radarsystemen kaum erfasst werden können.
Wie die Washington Post (WP) berichtet, setzen Hisbollah-Kämpfer diese sogenannten FPV-Drohnen (First-Person-View) mittlerweile im Süden des Libanon ein. Seit dem im letzten Monat vereinbarten Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah sollen mindestens vier israelische Soldaten durch solche Angriffe getötet worden sein. Die Zeitung zitiert dazu Yehoshua Kalisky, einen Forscher am Israelischen Institut für Nationale Sicherheit:
“Sie stellen eine reale Gefahr dar und können tödlich sein. Da kann man gar keine Daten abzapfen, weil alles innerhalb der Glasfaser bleibt.”
Der Artikel der US-Zeitung beschreibt zudem, wie die Hisbollah zu koordinierten Mehrfachangriffen übergeht – mehrere Drohnen, bestückt mit kleinen Sprengsätzen, greifen simultan an. Onn Fenig, Geschäftsführer eines israelisch-amerikanischen Technologieunternehmens, kommentiert die Entwicklung:
“Die Hisbollah zeigt fortgeschrittene Möglichkeiten, die meiner Meinung nach die israelischen Verteidigungsstreitkräfte überrascht haben.”
Die Washington Post verweist auf den Ukraine-Krieg als Katalysator für diese Technologie. Die Konfliktparteien hätten die Drohnenproduktion durch den Einsatz von 3D-Druckern nahezu zu einem “Do-it-yourself”-Prozess vereinfacht und den Kampfeinsatz von Glasfaserdrohnen erfolgreich erprobt.
Als Reaktion hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kürzlich die Einrichtung eines “Spezialprojekts” zur Bekämpfung dieser Bedrohung angeordnet. Allerdings dürfte die Entwicklung geeigneter Gegenmaßnahmen Zeit in Anspruch nehmen. Die von der US-Zeitung befragten Analysten warnen, dass die israelischen Truppen im Südlibanon durch diese Drohnenangriffe zunehmend verwundbarer werden.
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