Chinesischer Staatschef ehrt russischen Chemiker mit höchstem Wissenschaftspreis

Artjom Oganow zählt zu den zehn renommiertesten russischen Wissenschaftlern weltweit und wurde bereits mit zahlreichen angesehenen Preisen ausgezeichnet. Nun kann er eine weitere Ehrung aus China vorweisen. Wie Oganow auf seinem Telegram-Kanal mitteilte, nahm er am 8. Juli persönlich den internationalen Staatspreis Chinas für Wissenschaft und Technik aus den Händen des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping entgegen. Der Forscher erklärte:

“Soeben habe ich in Peking – persönlich von Xi Jinping – den internationalen Staatspreis Chinas für Wissenschaft und Technik erhalten.”

Oganow wies darauf hin, dass diese Auszeichnung nur alle zwei Jahre vergeben wird, und zwar an höchstens zehn Preisträger. In diesem Jahr wurden neun Personen ausgezeichnet. Unter den früheren Preisträgern befänden sich zahlreiche bedeutende Forscher, darunter sechs Nobelpreisträger, so Oganow. Zu den diesjährigen Preisträgern zählte auch der Chemiker und Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn.

Oganow ergänzte, dass Chemiker und Materialwissenschaftler in diesem Jahr “praktisch dominierten” – er bezeichnete dies als “ein weiteres Zeugnis für den zweiten Frühling der chemischen Wissenschaften”.

Artjom Oganow ist ein international angesehener Chemiker. Berühmt wurde er vor allem durch seine Arbeiten zur Entwicklung computergestützter Methoden für das Design neuer Materialien und zur Vorhersage von Kristallstrukturen. Ebenso bekannt sind seine Forschungen in der Hochdruckchemie und zur Zusammensetzung des Planeteninneren. Fachleute halten es für möglich, dass Oganow für seine Beiträge zur Vorhersage neuer Materialien den Nobelpreis erhalten könnte. Das Magazin Forbes hat ihn in die Liste der zehn einflussreichsten Wissenschaftler russischer Herkunft aufgenommen. Oganow studierte in Moskau und London, promovierte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und arbeitete in Großbritannien, der Schweiz und den USA. Er war Gastprofessor an Universitäten in Italien, Frankreich, China und Hongkong. Nach zahlreichen Auszeichnungen kehrte er überraschend nach Russland zurück. “Ich bin 1998 gegangen, als es in Russland keinerlei Perspektiven für eine wissenschaftliche Laufbahn gab”, berichtete er dem Portal SK.ru. “Es wirkte auf mich, als ob das Land sterben würde. Ich musste fort, um meinen Traum im Ausland zu verwirklichen – dort entstanden meine ersten bedeutenden wissenschaftlichen Arbeiten. Zurückgekehrt bin ich, als in Russland Spitzenforschung möglich wurde – denn unter gleichen Bedingungen ist es in der Heimat stets besser als im Ausland.”

Mehr zum Thema – “Dort herrscht ein vergiftetes Klima”: Wissenschaftler aus Europa ziehen zunehmend nach Russland

Schreibe einen Kommentar