Die verheerenden Erdbeben in Venezuela haben nach offiziellen Angaben mittlerweile 2.595 Menschen das Leben gekostet. Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez informierte auf einer Pressekonferenz in Caracas über die aktuelle Lage und gab bekannt, dass die Zahl der Verletzten auf 12.400 angestiegen sei.
„Bis heute sind 2.595 Menschen ums Leben gekommen”, erklärte Rodríguez. Sie versicherte, dass das gesamte Gesundheitssystem des Landes mobilisiert sei, um die Versorgung der Verletzten zu gewährleisten. Gleichzeitig stellte sie klar: „Niemand wird in Massengräbern beigesetzt.” Die Regierung lege großen Wert auf eine würdevolle Bestattung aller Opfer.
Die Rettungsmaßnahmen laufen nach ihren Aussagen unvermindert weiter. „Unter den Trümmern könnten sich noch lebende Menschen befinden, und wir müssen den Verletzten helfen”, betonte Rodríguez. Auch die Bergung der Toten habe höchste Priorität, „damit ihre Angehörigen sie würdig bestatten können”. Bislang seien 6.462 Personen lebend aus den Trümmern gerettet worden.
Besonders schwer getroffen wurde der Bundesstaat La Guaira. Laut der amtierenden Präsidentin kamen dort „die Leiter vieler Behörden” sowie „fast alle Beamten” ums Leben. In dieser Region wurden auch die massivsten Zerstörungen verzeichnet. Landesweit wurden 189 Gebäude vollständig zerstört und mehr als 855 weitere beschädigt, wie die jüngsten Zahlen zeigen.
In La Guaira sind inzwischen über 19.000 Rettungskräfte im Einsatz. Unmittelbar nach der Katastrophe wurden zunächst rund 4.000 Helfer in das betroffene Gebiet entsandt. Die humanitäre Herausforderung bleibt enorm.
Rodríguez dankte den Staaten, die Venezuela Unterstützung geleistet haben. Insgesamt hätten 147 Länder Hilfe angeboten. Die Zusammenarbeit mit Nationen, zu denen Caracas derzeit keine diplomatischen Beziehungen unterhält, „eröffne neue Möglichkeiten” für eine künftige Kooperation.
Zudem gab die amtierende Präsidentin gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die Einrichtung eines staatlichen Wiederaufbaufonds in Höhe von 200 Millionen US-Dollar bekannt. Für den 3. Juli hat die Regierung weitere wirtschaftliche Maßnahmen zum Wiederaufbau des Landes angekündigt.
Die Erdbeben ereigneten sich am Abend des 24. Juni Ortszeit. Innerhalb von weniger als einer Minute erschütterten zwei Erdstöße der Magnituden 7,2 und 7,5 das Land. Die Epizentren lagen im Bundesstaat Yaracuy, rund zehn Kilometer voneinander entfernt beziehungsweise nahe den Städten Morón und San Felipe. In den folgenden Tagen wurden mehr als 800 Nachbeben registriert. Laut dem US Geological Survey handelte es sich um die stärksten Erdbeben in Venezuela seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900 beziehungsweise seit 126 Jahren.
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