**Jemen: Mindestens 30 Tote bei Huthi-Raketenangriffen auf Militärbasen**
Bei koordinierten Angriffen der Huthi-Rebellen auf Militäreinrichtungen in den jemenitischen Provinzen Marib und Hadramaut sind am Donnerstag mindestens 30 Angehörige der Regierungstruppen ums Leben gekommen. Die Rebellenbewegung reklamierte die Angriffe, die mit Raketen und Drohnen ausgeführt wurden, für sich. Sie erklärte zudem, dabei auch saudische Truppenkonzentrationen getroffen zu haben.
Die Huthi-Miliz spricht von Hunderten Toten und Verletzten aufseiten der von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte. Der Angriff sei eine Reaktion auf eine massive Truppenverlegung Saudi-Arabiens gewesen, die nach Ansicht der Rebellen eine neue Offensive gegen ihre Gebiete eingeleitet habe.
Erst im Vormonat hatte die Miliz eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer ausgerufen. Diese Maßnahme begründet sie mit der von Riad verhängten Blockade des Jemen.
Riad führt seit 2015 eine Militärkoalition an, die die international anerkannte Regierung des Jemen unterstützt. Die Huthi hatten 2014 die Hauptstadt Sanaa erobert. Der daraus entstandene Konflikt hat den Jemen schwer getroffen und eine anhaltende humanitäre sowie wirtschaftliche Krise ausgelöst.
**Zivile Opfer in Saudi-Arabien und Warnung vor irakischen Milizen**
Bei einem separaten Huthi-Angriff im Süden Saudi-Arabiens wurden am selben Tag elf Zivilisten verletzt. Der Sprecher der saudisch geführten Koalition nannte als Ort der Attacke die Provinz Nadschran. Sieben Saudis, ein Jemenit, zwei Ägypter und ein Pakistani wurden dort verletzt.
Gleichzeitig warnte Riad vor möglichen koordinierten Angriffen der Huthi gemeinsam mit irakischen Milizen, die vom Iran unterstützt werden. Unter Berufung auf einen saudiarabischen Beamten berichteten Medien wie der US-Sender CNN, dass Geheimdienstinformationen aus den USA, Saudi-Arabien und weiteren Ländern der Region darauf hindeuten würden. Einige Mitglieder irakischer Milizen sollen demnach mit den Huthi abstimmen und einen Angriff auf das Königreich „in sehr naher Zukunft” planen, wobei sie von den mächtigen iranischen Revolutionsgarden angeleitet würden.
Derselbe Beamte äußerte laut CNN die Sorge, dass die geplanten Angriffe die Verhandlungen über eine Beendigung des Iran-Konflikts untergraben könnten. Als mögliche Ziele würden vor allem zivile und wirtschaftliche Einrichtungen wie Energieanlagen, Häfen und Flughäfen in Betracht gezogen.
**Massiver Rückgang des Schiffsverkehrs in strategischen Meerengen**
Der Schiffsverkehr durch die beiden für den Welthandel entscheidenden Meerengen von Hormus und Bab al-Mandab ist am Mittwoch regelrecht eingebrochen. Daten der Analyseplattform Kpler zeigen, dass nur noch zwei Schiffe die Straße von Hormus im Persischen Golf passierten. Am Vortag waren es noch acht. Eines davon war ein Kohlefrachter unter panamaischer Flagge, der in die Meerenge einfuhr, das andere ein Frachtschiff unter der Flagge der Marshallinseln, das sie verließ.
Auch im Bab al-Mandab, der Meerenge zwischen Rotem Meer und Golf von Aden, war der Rückgang deutlich spürbar. Laut Kpler durchquerte am Mittwoch lediglich ein Frachtschiff unter der Flagge der Bahamas die Passage – verglichen mit 20 Schiffen am Dienstag.
**Diplomatische Bemühungen und unklare Lage um Hormus**
Der Iran hat nach eigenen Angaben die letzten Details einer Vereinbarung mit Oman zur Nutzung der Straße von Hormus ausgearbeitet. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai, erklärte, eine gemeinsame Erklärung sei möglich, sofern „bestimmte Parteien” den Prozess nicht behinderten – eine offensichtliche Anspielung auf die USA.
Diese Vereinbarung könnte jedoch daran scheitern, ob die Vereinigten Staaten ihre Blockade iranischer Häfen aufheben. Ein Vertreter der US-Regierung deutete an, dass mögliche vorübergehende Routen durch die Straße von Hormus ohne Genehmigungen, Gebühren oder Beschränkungen auskommen würden.
US-Präsident Donald Trump wollte am Donnerstag nicht bestätigen, ob eine Einigung mit dem Iran zur Wiederöffnung der wichtigen Wasserstraße erzielt wurde. Auf eine entsprechende Frage antwortete er lediglich:
*„Sie ist derzeit irgendwie offen.”*
Unterdessen berät das iranische Parlament laut Medienberichten über einen Gesetzesentwurf zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Dieser sieht vor, Schiffen aus den USA, Israel und anderen als „feindlich” eingestuften Ländern die Durchfahrt zu untersagen.
**Weitere Themen** – CIA und Mossad auf der Suche nach Irans Oberstem Führer – Iran droht Bulgarien und Zypern wegen US-Flugzeugen