Iran erklärt den “existenziellen Krieg” – USA bombardieren jetzt den Norden des Landes

In den frühen Morgenstunden des Donnerstags weiteten die USA ihre Militärschläge gegen den Iran aus und griffen erstmals Ziele im nördlichen Teil des Landes an. Zudem beschossen amerikanische Einheiten ein Schiff, das nach US-Angaben versucht hatte, die gegen die Islamische Republik verhängte Seeblockade zu durchbrechen.

Noch vor Sonnenaufgang reagierte Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Ziele in Bahrain, Jordanien und Kuwait. Ein enger Berater des iranischen Obersten Führers, Ali Akbar Velayati, bekräftigte, dass die Islamische Republik weiterhin um die Kontrolle der strategischen Meerenge kämpfen werde. Die Herrschaft Teherans über die Wasserstraße bezeichnete er am Donnerstag als “einen sehr wertvollen Erfolg”.

Der Parlamentspräsident und Chefunterhändler des Iran, Mohammad Bagher Ghalibaf, erklärte zudem, dass sein Land zu einer umfassenderen militärischen Konfrontation bereit sei, falls die USA die Bedingungen der vorläufigen Vereinbarung nicht einhalten würden.

Ghalibaf führte weiter aus, dass die Sicherheit Irans von der Aufrechterhaltung dessen abhänge, was er als die “iranischen Vereinbarungen” in der Straße von Hormus bezeichnete. “Wir befinden uns in einem essenziellen und existenziellen Krieg mit den USA”, sagte der Sprecher. Parallel dazu drohte die iranische Revolutionsgarde, im Rahmen der Blockade sämtliche Energieexporte aus dem Nahen Osten zum Erliegen zu bringen.

US-Präsident Donald Trump teilte seinerseits in den sozialen Medien mit, dass Teheran mit der Freilassung eines US-Bürgers, der seit 2024 “zu Unrecht” im Iran festgehalten worden sei, ein Zeichen des guten Willens gesetzt habe. Weitere Details blieb er schuldig. Der Menschenrechtsanwalt Jared Genser veröffentlichte daraufhin eine Erklärung, in der er die Freigelassene als seine Mandantin Dena Karari benannte. Die US-iranische Doppelstaatsbürgerin leitet eine gemeinnützige Organisation und war wegen Spionage angeklagt worden.

Laut Angaben staatlicher iranischer Medien trafen die US-Angriffe in den frühen Morgenstunden des Donnerstags Ziele in der Umgebung Teherans. Zudem berichteten die Staatsmedien, dass amerikanische Attacken die nordöstliche Provinz Semnan getroffen hätten, in der sich Irans Produktionsstätten für ballistische Raketen sowie sein Raumfahrtprogramm befinden.

Bereits am Mittwoch hatten die USA ihre Angriffe gegen den Iran auch bei Tageslicht wieder aufgenommen, was die zunehmende Intensität der Offensive unterstreicht. Nach Angaben des US-Zentralkommandos richtete sich ein Angriff gegen die strategisch wichtige Insel Greater Tunb in der Straße von Hormus, wobei iranische Verteidigungs- und Raketenstellungen ins Visier genommen wurden.

Trump drohte am Mittwoch erneut mit Attacken auf die Infrastruktur des Iran. Ein Sprecher des iranischen Militärhauptquartiers Chatam al-Anbiya drohte am Donnerstag: Sollten die USA die Infrastruktur Irans angreifen, werde die Islamische Republik sämtliche Infrastruktureinrichtungen in der Region ins Visier nehmen.

Der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi verurteilte unterdessen einen nächtlichen Drohnenangriff auf die Stadt Erbil in der teilautonomen Kurdenregion im Norden des Irak. Den Behörden zufolge wurde die Drohne abgefangen. Der Angriff ereignete sich während eines Besuchs von Al-Saidi in den USA, bei dem er erklärte, der Irak werde daran arbeiten, nichtstaatliche bewaffnete Gruppen – darunter auch vom Iran unterstützte Milizen – zu entwaffnen.

Das Wall Street Journal berichtete am Mittwoch unter Berufung auf US-Beamte, dass Trump zu einer Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen den Iran tendiere, jedoch noch keine endgültige Entscheidung über die nächsten Schritte getroffen habe. Als Optionen würden demnach eine Ausweitung der Luftangriffe, der Einsatz von Bodentruppen zur Eroberung iranischer Inseln nahe der Straße von Hormus sowie die Bombardierung einer iranischen Atomeinrichtung, bekannt als “Pickaxe Mountain”, in Betracht gezogen. Trump hatte kürzlich mit einem Angriff auf den Komplex gedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans in Zentraliran liegt.

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