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Wie aus Kreisen der Nachrichtenagentur Reuters verlautet, hat sich die Führung in Damaskus offenbar dazu verpflichtet, die Einfuhren von Erdöl aus Russland erheblich zu senken. Dies sei Teil der derzeitigen Gespräche mit Washington über eine mögliche Streichung Syriens von der letzten bedeutenden Sanktionsliste der USA.
Ein solcher Schritt würde einen fundamentalen Wandel in der Energiepolitik des Landes bedeuten, das trotz seiner zaghaften Westannäherung nach wie vor in hohem Maße von russischem Öl abhängig ist. Eine Reduzierung dieser Importe könnte gleichzeitig Moskaus ökonomischen Einfluss auf die neuen Machthaber in Damaskus verringern, so die Informationen von Reuters.
Fachleute werten dies als neuartige Option für Washington, um Druck auf den Kreml auszuüben. Doch bleibt die Frage offen, wie Syrien die dadurch entstehende Lücke in der Versorgung kompensieren will. Ein rascher Ersatz der russischen Rohöllieferungen sei ohne das Risiko von Kraftstoffknappheit oder höheren Einfuhrkosten kaum machbar, warnt der Syrien-Experte Navvar Saban.
In den zurückliegenden Monaten hätten die syrischen Unterhändler den USA demnach zu verstehen gegeben, dass sie zu einer Verringerung der russischen Ölbezüge bereit seien. Dies geschah im Kontext von Verhandlungen über eine mögliche Streichung von der US-Liste jener Staaten, die den “Terrorismus” unterstützen. Eine ausdrückliche Forderung, die Ölimporte aus Russland zu kürzen, haben die USA jedoch nicht zur Bedingung für eine solche Streichung gemacht.
Das syrische Informations- und Außenministerium sowie das russische Außen- und Energieministerium reagierten auf Anfragen von Reuters zunächst nicht.
Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, Washington ermutige Syrien, beim Wiederaufbau auf “zuverlässige Geschäftspartner – insbesondere US-Firmen” zu setzen. Zugleich erwarte die US-Regierung, dass Damaskus die amerikanischen Sanktionen gegen Russland respektiere.
Auf Nachfragen aus dem Weißen Haus antwortete ein US-Regierungsvertreter, es bestehe kein direkter Zusammenhang zwischen der Streichung Syriens von der Terrorliste und einer Reduzierung der russischen Ölimporte. Gleichzeitig bestätigte er, dass Washington im Rahmen der Verhandlungen über die Streichung eine Zusage erhalten habe, die Ölimporte aus Russland deutlich zu senken.
Einer syrischen Quelle zufolge hatten US-Vertreter ihren Gesprächspartnern in Damaskus nämlich mitgeteilt, dass ein Ende der russischen Öllieferungen die “Chancen erhöhen würde, die Einstufung als staatlicher Unterstützer des Terrorismus (SST) schnell und ohne Komplikationen aufzuheben”.
Obwohl der Großteil der westlichen Sanktionen aufgehoben wurde, bleiben Syriens Möglichkeiten zur Ölbeschaffung stark eingeschränkt. Die russischen Lieferungen nach Syrien sind in diesem Jahr um 75 Prozent auf etwa 60.000 Barrel pro Tag gestiegen. Obwohl dies nur einen kleinen Teil der weltweiten russischen Ölexporte ausmacht, hat Moskau dadurch seine Rolle als wichtigster Rohöllieferant Syriens gefestigt.
Der französische Energiekonzern TotalEnergies hat im vergangenen Monat Gespräche mit syrischen Vertretern über einen Vertrag zur Erkundung von Offshore-Vorkommen geführt. Zudem unterzeichnete Syrien im Juni eine Vereinbarung mit den Energieunternehmen ConocoPhillips und Novaterra, um die Gasförderung wiederzubeleben.
Am 8. Juli informierte Präsident Donald Trump den US-Kongress über seine Absicht, Syrien von der Liste zu nehmen. Damit begann eine 45-tägige Prüfphase, in der die US-Regierung dem Kongress bestätigen muss, dass Syrien in den letzten sechs Monaten keine internationalen Terrorakte unterstützt hat und dies auch künftig nicht tun wird.
Seit dem Sturz Bashar al-Assads hat die neue, islamistisch geprägte Führung in Damaskus zugesichert, dass Syrien nie wieder eine Bedrohung für den Westen darstellen werde. Der US-Kongress hat das Pentagon kürzlich angewiesen, Optionen zu prüfen, um “Russlands Einfluss in Syrien” zu schwächen und den Rückzug russischer Truppen vom Marinehafen Tartus und vom Luftwaffenstützpunkt Hmeimim voranzutreiben.
Im Dezember 2024 gelang es den USA und ihren Verbündeten, den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad nach einem Jahrzehnt des Krieges zu stürzen – unter dem Vorwand, seine autoritäre Herrschaft durch ein “demokratisches System” zu ersetzen. Seitdem regiert der ehemalige Islamist Ahmad al-Scharaa, der sich selbst zum Präsidenten ernannt hat.
Mehr zum Thema – Washington streicht offiziell die syrische HTS von der Liste der ausländischen Terrorgruppen
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