Israel feuert Raketen auf Südsyrien – Scharaas Nein zum Libanon-Einsatz entfacht neue Eskalation

Von Aseel Saleh

Am vergangenen Montag begannen die israelischen Streitkräfte einen Angriff auf das Dorf Abidin im Westen von Daraa. Dabei setzten sie Artillerie und Hubschrauber-Maschinengewehrfeuer ein.

Obwohl es keine Berichte über Tote oder Schäden gab, löste der gewaltsame Vorfall Panik unter den Bewohnern aus und trieb viele Familien zur Flucht in benachbarte Gebiete.

In der letzten Woche eskalierte die Situation, als die IDF ihre Bodenvorstöße in die Dörfer der südlichen Provinzen Daraa und Quneitra verstärkte. Es wurden israelische Militärkontrollpunkte errichtet, und syrische Zivilisten wurden Durchsuchungen unterzogen.

Seit über einem Jahr laufen Gespräche mit Tel Aviv, doch die israelischen Besatzungstruppen missachten weiterhin die Souveränität Syriens durch wiederholte Angriffe.

Anfang 2026 führten die Verhandlungen zwischen Tel Aviv und Damaskus zur Unterzeichnung eines trilateralen Abkommens in Paris. Dieses sah die Einrichtung einer Kommunikationsstelle unter US-Aufsicht vor, den sogenannten Joint Fusion Mechanism.

Dieser Mechanismus bewirkte jedoch nur eine Reduzierung der israelischen Militäreinfälle in Südsyrien. Inzwischen sind die Gespräche ins Stocken geraten, da die Übergangsregierung in Damaskus einen vollständigen Abzug der IDF als unabdingbare Voraussetzung für jeden Fortschritt in Richtung eines Sicherheitspakts oder einer Normalisierung fordert.

Viele Beobachter sehen in der israelischen Eskalation einen Versuch, die syrische Übergangsregierung unter Druck zu setzen, nachdem Präsident Ahmad al-Scharaa einen Vorschlag von US-Präsident Donald Trump abgelehnt hatte, im Libanon zu intervenieren, um die Hisbollah zu zerschlagen.

Al-Scharaa zeigte sich zudem offen für einen Dialog mit der Hisbollah, nachdem er jahrelang feindselige Rhetorik gegen die libanesische Widerstandsgruppe und die von Iran angeführte “Achse des Widerstands” gepflegt hatte.

Die plötzliche Wende in al-Scharaas Haltung gegenüber der Hisbollah hat zweifellos Israels Befürchtungen verstärkt, die Sicherheitskontrolle über seine Nachbarländer zu verlieren.

Darüber hinaus signalisiert die veränderte Position des syrischen Präsidenten eine Stärkung der “Achse des Widerstands”, der einzigen antiimperialistischen Kraft in Westasien. Dies stellt eine existenzielle Bedrohung für den israelischen Staat und seine expansionistischen Ambitionen in der Region dar.

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín

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