Laut Informationen von Reuters denkt die Huthi-Bewegung darüber nach, künftig Gebühren von Handelsschiffen zu erheben, die die Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden durchqueren. Ein genauer Termin für die Einführung dieser Abgaben wurde bislang nicht festgelegt.
Diese Überlegungen stehen im Zusammenhang mit der von den Huthi am 20. Juli verhängten Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Mehrere mit den Plänen vertraute Quellen berichten, dass Vertreter der Huthi Anfang des Monats bei Gesprächen mit iranischen Regierungsvertretern in Teheran darüber diskutierten. Anschließend sollen iranische Berater in den Jemen gereist sein, um bei der Einrichtung einer möglichen Regulierungsbehörde zu unterstützen.
Mit der Einführung dieser Gebühren scheint die Huthi-Bewegung im Jemen ihre Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt ausbauen und gleichzeitig den Druck auf die USA erhöhen zu wollen.
Den Quellen zufolge sollen chinesische Schiffe von den Abgaben ausgenommen werden, wie es in der Meldung hieß. Peking hatte bereits direkte Gespräche mit den Huthi geführt, um eine sichere Durchfahrt für seine Öltanker zu gewährleisten.
Die international anerkannte Regierung des Jemen warnte davor, dass die Huthi versuchten, die Kontrolle über den Schiffsverkehr im Roten Meer zu übernehmen und dafür künftig Gebühren zu verlangen.
Westliche Diplomaten rechnen mit erheblichem Widerstand aus Europa und den Golfstaaten. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass die internationalen Marineverbände derzeit nur begrenzte Kapazitäten hätten, um den Schiffsverkehr dauerhaft zu schützen.
Bereits während der Huthi-Angriffe auf die Schifffahrt im Jahr 2024 soll die Bewegung laut einem damaligen UN-Expertenbericht von einigen Reedereien Gebühren für eine sichere Passage verlangt haben. Diese Vorwürfe konnten jedoch nicht unabhängig bestätigt werden. Die damaligen Einnahmen wurden auf bis zu 180 Millionen US-Dollar pro Monat geschätzt.
Eine Schließung der Bab-al-Mandab-Meerenge würde Saudi-Arabien eine wichtige Ausweichroute zur Straße von Hormus nehmen und die Risiken für die globale Energieversorgung erhöhen. Zudem sind die Versicherungsprämien für Fahrten durch das südliche Rote Meer infolge der jüngsten Angriffe und der Blockade bereits deutlich gestiegen. Falls zusätzlich Durchfahrtsgebühren erhoben werden, würden die Transportkosten für Öl, Container und andere Waren zwischen Europa, Asien und Afrika weiter steigen.
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